Ausblick
Die Ergebnisse der BQS-Bundesauswertung 2004 zeigen, dass die
pflegerische Versorgungsqualität im stationären Bereich eine hohe
Spannweite aufweist. Bezogen auf die Dekubitusinzidenz lassen sich
Krankenhäuser mit niedrigen Raten identifizieren, aber auch
Krankenhäuser, die weit außerhalb des von der Fachgruppe festgelegten
Referenzbereichs lagen. Im Strukturierten Dialog soll die Diskussion
mit diesen Krankenhäusern angestoßen werden. Hier erfolgt in einem
ersten Schritt beispielsweise die Nachfrage nach dem internen
Dekubitusmanagement des jeweiligen auffälligen Krankenhauses. Der
Strukturierte Dialog wird für die orthopädisch-unfallchirurgischen
Leistungsbereiche von den Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung
durchgeführt. Noch sind jedoch nicht in allen Bundesländern
Arbeitsstrukturen für die Pflege vorhanden, die eine fachliche
Begleitung eines Strukturierten Dialogs ermöglichen. Um den Prozess der
Qualitätsverbesserung anstoßen zu können, müssen arbeitsfähige
Strukturen auf der Landesebene geschaffen werden.
In der BQS-Bundesauswertung 2004 wurde erstmalig der Teildatensatz
Dekubitusprophylaxe auf alle bundesweit verpflichtenden
orthopädisch-unfallchirurgischen und die herzchirurgischen
Leistungsbereiche ausgeweitet. Die unterschiedliche Dekubitusinzidenz
dieser verschiedenen Patientenkollektive unterstreicht die
Notwendigkeit einer geeigneten Risikoadjustierung.
Die Inzidenzrate zeigt das Ergebnis der Dekubitusprophylaxe und
stellt einen international weit verbreiteten Indikator dar, der
Aussagen zur Versorgungsqualität in einem für den Patienten sehr
relevanten Bereich zulässt (ANA 1999, IQIP 2002, Verein Outcome 2005).
Die BQS-Fachgruppe Pflege plädiert für eine verpflichtende Erhebung von
Daten zur Dekubitusprophylaxe im Rahmen eines Generalindikators. 2005
und 2006 wird die Entwicklung und Evaluation in einem Pilottest
durchgeführt, um die für eine Risikoadjustierung geeigneten Faktoren zu
prüfen. Im Verfahrensjahr 2007 soll der Generalindikator
Dekubitusprophylaxe ggf. bundesweit zum Einsatz kommen.
Der Ergebnisindikator Dekubitusprophylaxe nimmt engen Bezug auf den
evidenzbasierten Expertenstandard, der im Jahre 2000 vom Deutschen
Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) entwickelt, von
der Fachöffentlichkeit konsentiert und inzwischen im Jahr 2004
aktualisiert wurde.
Auch aus den nachfolgenden Expertenstandards zum pflegerischen
Entlassungsmanagement (DNQP 2002), pflegerischen Schmerzmanagement
(DNQP 2003) und zur Sturzprophylaxe (DNQP 2005) lassen sich Indikatoren
entwickeln, die die Ergebnisqualität eines Krankenhauses abbilden. Die
Fachgruppe Pflege hält es für dringend erforderlich, innerhalb der
nächsten Jahre weitere evidenzbasierte und operationalisierbare
Indikatoren für die Pflege im Rahmen der externen vergleichenden
Qualitätssicherung einzusetzen.