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Einleitung

Ein Dekubitus (Druckgeschwür durch Wundliegen) ist eine durch länger anhaltenden Druck entstandene Wunde der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Ein Dekubitus stellt immer eine schwerwiegende Komplikation dar, die im Zusammenhang mit einer schweren Erkrankung, langer Immobilität oder Bewusstseinseinschränkung eines Patienten entstehen kann. Ein betroffener Patient leidet aufgrund der Wunde an starken Schmerzen und ist oft über Monate pflegebedürftig. Im nationalen Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ wird ausgedrückt, dass die Vorbeugung eines Dekubitus, die Dekubitusprophylaxe, zu den originären Betätigungsfeldern der Pflege gehört (DNQP 2004). Auch aus ethischer, medizinischer und ökonomischer Perspektive muss es das zentrale Anliegen sein, Druckgeschwüre konsequent durch erfolgreiche und kooperativ erbrachte Vorbeugemaßnahmen zu verhindern (DNQP 2004, Robert Koch-Institut 2002).

Im Jahr 2004 wurden Daten zur Dekubitusprophylaxe in Teildatensätzen erfasst, die an fünf orthopädisch-unfallchirurgische und drei herzchirurgische Leistungsbereiche gekoppelt waren. In diesen Leistungsbereichen werden zumeist Patienten erfasst, die in besonderem Maße gefährdet sind, einen Dekubitus zu entwickeln. Als Risikofaktoren gelten u.a. ein höheres Lebensalter, Immobilität, Schmerz, Operationsdauer, Mangeldurchblutung.

Ausgewertet werden konnte daher die Ergebnisqualität der Dekubitusprophylaxe für die Leistungsbereiche:

  1. hüftgelenknahe Femurfraktur
  2. Hüft-Endoprothesen-Erstimplantation
  3. Hüft-Endoprothesen-Wechsel
  4. Knie-Totalendoprothesen-Erstimplantation
  5. Knie-Totalendoprothesen-Wechsel
  6. isolierte Koronarchirurgie
  7. isolierte Aortenklappenchirurgie
  8. kombinierte Koronar- und Aortenklappenchirurgie

Darüber hinaus erfolgten vier leistungsbereichsübergreifende Auswertungen:

  • elektive Endoprothetik von Hüft- und Kniegelenk (Leistungsbereiche 2 bis 5)
  • alle orthopädisch-unfallchirurgischen Eingriffe (Leistungsbereiche 1 bis 5)
  • Herzchirurgie (Leistungsbereiche 6 bis 8)
  • Gesamtauswertung für alle Leistungsbereiche mit Teildatensätzen Dekubitusprophylaxe (Leistungsbereiche 1 bis 8).

Damit wurde die Erfassung im Vergleich zum Jahr 2003 auf deutlich mehr Leistungsbereiche ausgeweitet. Im Jahr 2003 beschränkte sich die Dekubituserfassung auf drei Leistungsbereiche: „Prostataresektion“, „hüftgelenknahe Femurfraktur (ohne subtrochantäre Frakturen)“ und „Totalendoprothese (TEP) bei Koxarthrose“.

Der Teildatensatz Dekubitusprophylaxe bestand im Jahr 2004 aus sechs Datenfeldern zur Dekubituserfassung.

Die Bewertung konzentriert sich auf einen Ergebnisindikator zur Dekubitusprophylaxe. Das Neu-Auftreten eines Dekubitus während des stationären Aufenthaltes (Dekubitusinzidenz) steht im Mittelpunkt der Qualitätsdarstellung. Die Dekubitusinzidenz stellt u.a. neben der Rate von Stürzen einen international verwendeten Indikator für Pflegequalität dar (ANA 1999, IQIP 2002).

Die BQS-Fachgruppe Pflege weist auch darauf hin, dass eine erfolgreiche Dekubitusprophylaxe ein Ergebnis aus unterschiedlichen Leistungsangeboten der Struktur- und Prozessebene ist. Dabei kann eine Einrichtung die eigene Strukturqualität (z.B. das Bildungsniveau der Pflegenden) und die Prozessqualität (z.B. die anforderungsgerechte Durchführung) und damit auch in großen Teilen die Ergebnisqualität beeinflussen und weiterentwickeln. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass auch die Patienten und ihr Gesundheitszustand die Ergebnisqualität mit beeinflussen: Einerseits setzt eine wirksame pflegerische Prophylaxe ein hohes Maß an Mitarbeit von Seiten der Patienten voraus. Andererseits kann es aufgrund der Ausprägung von Krankheitszuständen schwierig oder unmöglich werden, eine angemessene pflegerische Prophylaxe durchzuführen (z.B. durch Mobilitätsprobleme bei starken Schmerzzuständen oder durch sehr schlechten Allgemeinzustand der Patienten).