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Zusammenfassung

Die Qualitätssicherung Geburtshilfe ist als Vollerhebung für alle Schwangerschaftsbehandlungen und Geburten in Krankenhäusern konzipiert. Dokumentiert werden versorgungsrelevante Informationen zur Mutter und zum Neugeborenen. Für die Auswertung wurden neun Qualitätsindikatoren definiert, die relevante Aspekte der Prozess- und Ergebnisqualität abbilden. Von diesen werden im BQS-Qualitätsreport 2004 zwei Indikatoren der Prozessqualität bewertet, die insbesondere die Versorgung des Neugeborenen betrachten.

Frühgeborene mit einem Schwangerschaftsalter von unter 34 Wochen sind wegen der Unreife des Lungengewebes gefährdet, eine lebensbedrohliche Atemnot zu erleiden. Methodisch hochwertige Untersuchungen belegen, dass die durch die Unreife der Lunge bedingten schwerwiegenden Komplikationen und die Sterblichkeit durch eine medikamentöse Behandlung mit Kortikosteroiden vor der Geburt erheblich gesenkt werden können. Daher gibt es klare Empfehlungen aus internationalen Leitlinien, bei drohender Frühgeburt im Schwangerschaftsalter von unter 34 Wochen eine Lungenreifebehandlung mit Kortikosteroiden durchzuführen. Fälle mit kurzer Verweildauer im Krankenhaus vor der Geburt werden aus der Auswertung ausgeschlossen, da in diesen Fällen begründet nicht immer eine Lungenreifebehandlung durchgeführt werden kann.

Der Referenzbereich wurde bei mindestens 95% festgelegt, da einerseits eine klare Evidenzlage besteht, andererseits in seltenen Fällen wegen Gegenanzeigen auf die Lungenreifebehandlung verzichtet werden muss.

Diese Gesamtrate von 62,08% verfehlt deutlich das im Referenzwert festgelegte Ziel von mindestens 95%. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse von 5,0 bis 100% zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den Krankenhäusern, die im Strukturierten Dialog analysiert werden müssen.

Sowohl die Gesamtrate als auch die hohe Spannweite müssen als Hinweise auf eine qualitativ nicht ausreichende Versorgungssituation gewertet werden.

Ergebnisse aus dem Strukturierten Dialog mit auffälligen Krankenhäusern des Vorjahres weisen darauf hin, dass in einigen Krankenhäusern Missverständnisse bei der Interpretation einer deutschen Leitlinie aus dem Jahr 2001 aufgetreten sind und daher die Lungenreifebehandlung bei Kindern nur bis zu einem Alter von 32+0 Wochen durchgeführt worden ist. Die Notwendigkeit einer aktuellen deutschen Leitlinie zur Lungenreifebehandlung wird dadurch unterstrichen.

Frühgeborene Kinder sollen durch spezialisierte Ärzte versorgt werden. Als Zeichen hoher Qualität wird angesehen, wenn ein Pädiater (Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin) vor der Geburt dieser Kinder anwesend ist und das Kind direkt nach der Entbindung kinderärztlich versorgt.

In 73,78% der Geburten von Frühgeborenen ist die Anwesenheit eines Pädiaters dokumentiert worden. Diese Rate liegt geringfügig über dem Vorjahresergebnis (69,95%).

Der geforderte Referenzbereich von mindestens 90% ist nicht erreicht worden. Analysen aus dem Strukturierten Dialog mit auffälligen Krankenhäusern des Vorjahres zeigen, dass in den Softwaresystemen einiger Krankenhäuser die BQS-Spezifikation (Pflichtenheft für die Software-Herstellung) fehlerhaft umgesetzt worden ist und dadurch falsch niedrige Raten in diesen Krankenhäusern auftreten können. Die BQS hat alle Softwareanbieter über diese mögliche Fehlerquelle informiert. Wie häufig diese Fehldokumentation aufgetreten ist, kann derzeit nicht eingeschätzt werden.

Daher kann eine verlässliche Aussage zur Versorgungsqualität auf der Basis der Auswertungsergebnisse des Jahres 2004 zu diesem Qualitätsindikator derzeit nicht gemacht werden.