Datengrundlage
Für das Verfahrensjahr 2004 wurden der BQS für den Leistungsbereich
Geburtshilfe 662.624 Datensätze (Geburten) aus 953 Krankenhäusern
übermittelt.
Erstmals war mit der BQS-Spezifikation 7.0 ein homogenes
Datensatzformat für das gesamte Verfahrensjahr gültig. Ebenfalls
erstmals war 2004 der QS-Filter für die Auslösung der Dokumentation und
die Bewertung der Vollständigkeit der übermittelten Datensätze im
Einsatz. Die Funktionsweise des QS-Filters ist im Kapitel „QS-Filter“
ausführlich beschrieben.
Das Datensatzaufkommen hat sich im Vergleich zum Jahr 2003 vor allem
durch die Verbesserung der Datenübermittlung von der Landes- an die
Bundesebene erheblich erhöht. Es wurden Datensätze für 674.570 geborene
Kinder geliefert, von denen 674.524 Datensätze ausgewertet werden
konnten.
956 Krankenhäuser haben in ihrer methodischen
QS-Filter-Sollstatistik 667.224 zu dokumentierende Datensätze für den
Leistungsbereich Geburtshilfe angegeben. Damit liegt die
Vollständigkeit der Datensätze, d.h. die bundesweite Dokumentationsrate
(Verhältnis von ausgewerteten zu erwarteten Datensätzen), bei 99,31%.
Die Vollständigkeit der Krankenhäuser (Verhältnis von teilnehmenden zu erwarteten Krankenhäusern) liegt bei 99,69%.
Die Beteiligung der einzelnen Bundesländer variiert und weist
bezogen auf das Verhältnis von ausgewerteten zu erwarteten Datensätzen
eine Spannweite von 92,44 bis 104,38% auf. Dass in einzelnen
Bundesländern Vollständigkeiten über 100% erreicht wurden, ist auch
durch eine mögliche Überdokumentation zu erklären. Gründe dafür können
zusätzliche Dokumentationen sein, wie von Einrichtungen, die nicht
unter die QS-Dokumentationspflicht fallen, z.B. Privatkliniken oder
Einrichtungen der ambulanten Geburtshilfe.
Ursachen für das Fehlen von Datensätzen sowie Ursachen für
Dokumentationsraten über 100% sind im Kapitel „Datenbasis“ beschrieben.
Zur Bewertung der Aussagekraft der auf dem QS-Filter basierenden
Vollständigkeit wurden vorläufige Daten aus der Geburtsstatistik des
Statistischen Bundesamtes (destatis) herangezogen. Die
Krankenhaus-Statistik 2004 und die endgültige Geburtsstatistik 2004
werden voraussichtlich erst ab Ende 2005 vorliegen.
Die Geburtenzahl des Jahres 2003 (687.508 Geburten) kann für 2004
anhand der vorliegenden vorläufigen Gesamtzahl geborener Kinder in der
Geburtsstatistik extrapoliert werden. Nach Angaben von destatis wurden
2004 0,5% weniger Kinder als im Jahr 2003 geboren. Damit werden für
2004 684.071 Geburten erwartet (687.508 Geburten minus 0,5% = 684.071).
Im Vergleich zu den extrapolierten destatis-Zahlen 2004 liegen der
BQS-Bundesauswertung damit ca. 20.000 Datensätze zu wenig zugrunde.
Die Fachgruppe Perinatalmedizin würdigt das im Vergleich zum Vorjahr
gestiegene Datenaufkommen und weist darauf hin, dass eine transparente
Darstellung der Bewertung der Datengrundlage notwendig ist, da die
ermittelte Vollständigkeit den nicht zutreffenden Schluss nahe legt,
dass alle Krankenhäuser mit allen Geburten erfasst worden sind.
Gründe für das Fehlen von ca. 20.000 Datensätzen können darin liegen, dass
- Krankenhäuser, die keine Sollstatistik geliefert haben, auch keine Datensätze geliefert haben,
- durch die Methode der Abgrenzung der Verfahrensjahre Datensätze nicht erfasst wurden,
- Datensätze von der Landesebene nicht an die Bundesebene übermittelt wurden,
- Krankenhäuser nicht 100% ihrer Geburten dokumentiert haben.
Eine Darstellung der krankenhausindividuellen Dokumentationsraten
würde diese Gründe quantifizieren und Ansatzpunkte für Lösungen bieten.
Diese Darstellung kann auf Bundesebene nicht erstellt werden, da der
BQS bei den gelieferten Datensätzen nur die Pseudonyme der
Krankenhäuser bekannt sind und daher ein Abgleich mit den IK-Nummern
der Sollstatistik nicht möglich ist.
Es ist davon auszugehen, dass nahezu alle Krankenhäuser, die
QS-Datensätze gesendet haben, auch die Sollstatistik übermittelt haben.
Als zusätzlicher Maßstab für die Bewertung der Vollständigkeit wurde
die Anzahl der Krankenhäuser mit Entbindungen aus der
destatis-Krankenhaus-Statistik 2003 verwendet. destatis geht für 2003
von 985 Krankenhäusern mit Entbindungen aus. Damit besteht zur
QS-Filter-Sollstatistik eine Differenz von 29 Krankenhäusern.
Gründe für das Fehlen der Sollstatistik bei ca. 29 Krankenhäusern können darin liegen, dass
- die Dokumentation eines Krankenhauses für jede Betriebsstätte
einzeln gesendet wurde, die Sollstatistik aber für den gesamten
Krankenhausverbund gesendet wurde,
- Krankenhäuser die Sollstatistik an die Landesebene, nicht aber an die Bundesebene geliefert haben,
- Krankenhäuser weder an die Landesebene noch an die Bundesebene Sollstatistiken geliefert haben,
- im Verfahrensjahr 2004 evtl. weniger Krankenhäuser Entbindungen durchgeführt haben als 2003.
Das Problem der Zuordnung von IK-Nummern und Betriebsstätten konnte
durch Rückfragen bei der Landesebene eingegrenzt werden: Es gibt in
mehreren Bundesländern derartige Zuordnungen, allerdings erklären sie
nicht vollständig das Fehlen von 29 Krankenhäusern. Die Frage, ob 2004
weniger Krankenhäuser Entbindungen durchgeführt haben, kann erst
vollständig beantwortet werden, wenn die Krankenhausstatistik 2004 des
Statistischen Bundesamtes vorliegt.
Insgesamt ist die Teilnahme an der externen vergleichenden
Qualitätssicherung als gut und gegenüber dem Vorjahr erheblich
verbessert zu bewerten, obwohl seitens der Krankenhäuser eine weitere
Verbesserung möglich wäre.