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Einleitung

Vor genau 30 Jahren ist die Münchner Perinatalstudie (1975 bis 1977) initiiert worden, um beobachtete Qualitätsunterschiede in der geburtshilflichen Versorgung exakt erfassen und verbessern zu können. Experten sind sich einig, dass die Münchner Perinatalstudie als „Mutter“ aller externen Qualitätssicherungsverfahren angesehen werden kann. In den Folgejahren wurde die Studie rasch auf ganz Bayern ausgedehnt und schrittweise haben alle Bundesländer die Perinatalerhebung eingeführt.

Im Jahr 2001 wurde die BQS beauftragt, eine bundeseinheitliche Datenerhebung und Auswertung zu realisieren. Dies wurde mit der Etablierung des Leistungsbereichs Geburtshilfe umgesetzt, in dem die Krankenhausgeburten erfasst werden.

Für die Auswertung wurden neun Qualitätsindikatoren definiert, die relevante Aspekte der Prozess- und Ergebnisqualität abbilden. Für den Strukturierten Dialog mit auffälligen Krankenhäusern stehen darüber hinaus in der Auswertung eine Reihe weiterer qualitätsrelevanter Daten zur Verfügung, die eine differenzierte Darstellung der Versorgungssituation des jeweiligen Krankenhauses ermöglichen.

Das Erhebungsinstrument besteht aus 191 Datenfeldern und gehört damit zu den umfangreichsten Datensätzen für Leistungsbereiche der externen Qualitätssicherung bei der BQS. Dennoch ruft der Datensatz bemerkenswert wenig Kritik bei den Anwendern hervor. Ein Grund dafür ist sicher darin zu sehen, dass der Datensatz für die Perinatalerhebung in geburtshilflichen Abteilungen bereits Dokumentationsstandard war, bevor die EDV in die deutschen Krankenhäuser eingezogen ist. Dadurch haben sich viele Software-Systeme für die Geburtshilfe am Dokumentationsstandard der Perinatalerhebung orientiert und es wurde von vornherein eine gute Integration der Datenerfassung in den klinischen Ablauf erreicht.

Dies verdeutlicht, dass ein entscheidender Schritt zur Verminderung des Dokumentationsaufwandes im Gesundheitswesen darin besteht, Dokumentationsstandards zu definieren und damit Mehrfachdokumentationen zu vermeiden.