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Qualitätsziel

Häufig Anwesenheit eines Pädiaters bei Geburt von lebendgeborenen Frühgeborenen mit einem Schwangerschaftsalter von 24+0 bis unter 35+0 Wochen

Qualitätsindikator

Indikatortyp: Prozessindikator

Frühgeborene Kinder sollen durch spezialisierte Ärzte versorgt werden. Als Zeichen hoher Qualität wird angesehen, wenn ein Pädiater (Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin) vor der Geburt dieser Kinder anwesend ist und das Kind direkt nach der Entbindung kinderärztlich versorgt.

In der Historie der Perinatalerhebung war der Pädiater der für die Behandlung von Frühgeborenen spezialisierte Arzt. In der Zukunft soll der Entwicklung in der Kinderheilkunde Rechnung getragen werden und für die Behandlung von Frühgeborenen der im Schwerpunkt Neonatologie spezialisierte Kinderarzt hinzugezogen werden. Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass auch die bislang geforderte Anwesenheit auf dem Qualifikationsniveau des Pädiaters nicht in allen Kliniken ausreichend erfüllt worden ist.

Neben der Anwesenheit eines Neonatologen gibt die Gesamtorganisation im Krankenhaus den Ausschlag für das Behandlungsergebnis von Frühgeborenen. Von besonderer Bedeutung sind dabei:

  • Qualifikation der Mitarbeiter
  • Ausstattung der Klinik mit Geräten und Räumen
  • Eng benachbarte Räume ohne Notwendigkeit zu     einem Transport
  • Neben dem Kreißsaal liegende neonatologische Intensivstation mit einem eigenen pädiatrischen 24-Stunden-Präsenz-Schichtdienst
  • Enge Kooperation der beiden Abteilungen Geburtshilfe und Neonatologie
  • Durchführung von Einzelfallanalysen und regionalen Konferenzen
  • Fortbildung der Mitarbeiter

Methodik

Methode der Risikoadjustierung

Risikostandardisierte Fallkonstellation

Qualitätskennzahl

Anwesenheit eines Pädiaters bei Frühgeborenen

Zusätzliche Informationen zu dieser Qualitätskennzahl finden Sie auf der Website www.bqs-qualitaetsindikatoren.de unter der Kennzahl-ID 737.

Rechenregel

Zähler: Pädiater eingetroffen vor Geburt

Grundgesamtheit: Lebendgeborene Frühgeborene mit einem Schwangerschaftsalter von 24+0 bis unter 35+0 Wochen

Erläuterung der Rechenregel: Bezugsebene ist der Teildatensatz Kind.

Referenzbereich

Referenzbereich: ? 90%

Erläuterung zum Referenzbereich: Idealerweise wäre ein fester Prozentwert von 100% zu wählen. In seltenen Fällen wie beispielsweise bei einer Sturzgeburt kann jedoch die Anwesenheit des Pädiaters aus zeitlichen Gründen gegebenenfalls nicht verwirklicht werden.

Vergleichbarkeit mit Vorjahresergebnissen

Die Vergleichbarkeit ist gegeben.

Bewertung

In 73,78% der Geburten von Frühgeborenen ist die Anwesenheit eines Pädiaters dokumentiert worden. Diese Rate liegt geringfügig über dem Vorjahresergebnis (69,95%).

Daher muss festgestellt werden, dass der geforderte Referenzbereich von mindestens 90% nicht erreicht worden ist. Analysen aus dem Strukturierten Dialog des Vorjahres zeigen, dass in den Softwaresystemen einiger Krankenhäuser die BQS-Spezifikation fehlerhaft umgesetzt worden ist und dadurch falsch niedrige Raten in diesen Krankenhäusern auftreten können. Auch die Raten des Verfahrensjahres 2004 sind von dieser Fehlerquelle teilweise noch beeinflusst, da in den Krankenhäusern erst während des Jahres 2004 diese Information vorlag. Die BQS hat alle Softwareanbieter über diese mögliche Fehlerquelle informiert. Eine exakte Quantifizierung, wie häufig diese Fehldokumentation aufgetreten ist, ist derzeit nicht möglich.

Daher kann eine verlässliche Aussage zur Versorgungsqualität auf der Basis der Auswertungsergebnisse des Jahres 2004 zu diesem Qualitätsindikator derzeit nicht gemacht werden.

Im Strukturierten Dialog mit Krankenhäusern, die den Referenzbereich nicht erreicht haben, muss diese mögliche Fehlerquelle berücksichtigt werden.

Die Fachgruppe weist darauf hin, dass ein Strukturierter Dialog zu diesem Qualitätsindikator auch mit Krankenhäusern mit kleinen Fallzahlen geführt werden soll.