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Zusammenfassung

Bei operativen Eingriffen an Eileitern, Eierstöcken oder am Gebärmutterhals und bei Entfernungen der Gebärmutter ist u.a. eine sorgfältige Indikationsstellung – also die Angemessenheit der Operation – Voraussetzung für eine hochwertige Versorgung. Bei der BQS wurden im Jahr 2004 Daten zu 299.602 stationär behandelten gynäkologischen Patientinnen aus 1.199 Krankenhäusern ausgewertet. Die zwölf eingesetzten Indikatoren zeigen mehrheitlich eine gute Versorgungsqualität, so z.B. im Hinblick auf ein organerhaltendes Vorgehen bei Eingriffen an den Eierstöcken junger Frauen. Zur ausführlichen Berichterstattung hat die Fachgruppe drei Qualitätsindikatoren zu kritischen Versorgungsschritten ausgewählt.

Indikation bei Ovareingriffen:

Funktionszysten am Ovar (Eierstock) sind häufige Zufallsbefunde bei Frauen im geschlechtsreifen Alter. Häufig verursachen sie keine größeren Beschwerden und bilden sich spontan zurück. Selten erfordern sie allerdings eine operative Behandlung, so bei schmerzhaften Einblutungen oder bei Stieldrehungen (Torsionen) des Ovars. In Deutschland wurden in 24,99% der kompletten Entfernungen des Ovars Funktionszysten diagnostiziert oder aber es fehlte ein histologischer (feingeweblicher) Befund. Die Fachgruppe sieht hier ein Problem der Indikationsstellung. Obwohl es keinen absoluten Referenzbereich für diese Rate gibt, empfiehlt die Fachgruppe, bei den 232 Krankenhäusern mit überdurchschnittlichen Raten die Indikationsstellung bei zystischen Eierstockbefunden zu analysieren. Unter allen Patientinnen auch mit Teilentfernungen des Ovars wurde in 2.639 Fällen kein histologischer Befund dokumentiert. Es ergibt sich die Notwendigkeit, bei 556 Krankenhäusern die fehlenden Angaben aufzuarbeiten.

Indikation bei Hysterektomie:

Die Hysterektomie (operative Entfernung der Gebärmutter) erfolgt am häufigsten wegen gutartiger Muskelknoten (Leiomyome) oder Blutungsstörungen. Da sie Komplikationen zur Folge haben kann und den Verlust der Fruchtbarkeit bedeutet, sollten Behandlungsalternativen im Einvernehmen mit der Patientin ausgeschöpft werden. In Deutschland wurden bei Frauen unter 35 Jahren und mit gutartiger Erkrankung im Jahr 2004 3.345 Hysterektomien in 906 Krankenhäusern dokumentiert. Da zwingende Gründe für eine Hysterektomie in dieser Gruppe sehr selten sind, soll nach Ansicht der Fachgruppe eine Überprüfung der Indikation in jedem Einzelfall angestrebt werden.

Antibiotikaprophylaxe bei Hysterektomie:

Einer Wundinfektion nach Hysterektomie kann effektiv und einfach vorgebeugt werden durch eine einmalige Antibiotikagabe bei der Operation. Dieses Vorgehen wird deshalb in Leitlinien empfohlen. Eine Antibiotikaprophylaxe wurde in Deutschland für 82,02% der Hysterektomien dokumentiert. Valide Daten zur Häufigkeit von Kontraindikationen fehlen, so dass die Fachgruppe den Dialog für die auffälligsten Krankenhäuser empfohlen hat. Erfahrungen aus diesem Dialog sollten auch genutzt werden, den Referenzwert anzupassen.

Um eine umfassende Qualitätsbewertung gynäkologischer Eingriffe zukünftig nicht nur bei stationärer Durchführung zu gewährleisten, fordert die Fachgruppe weiterhin eine Einbeziehung ambulant durchgeführter Eingriffe in die externe Qualitätssicherung.