Einleitung
Bei operativen Eingriffen an den weiblichen Geschlechtsorganen ist u.a. eine sorgfältige Indikationsstellung
Voraussetzung für eine hochwertige Versorgung. In der internationalen
Literatur werden große regionale Unterschiede für Hysterektomieraten
beschrieben, so dass offensichtlich auch andere als medizinische Gründe
die Operationshäufigkeit beeinflussen (Roos 1984). Auch vor Eingriffen
an Eileitern oder Eierstöcken sind Nutzen und Risiken einer Operation
sorgfältig abzuwägen gegen die Wirkung konservativer
Behandlungsmaßnahmen. Deshalb bilden zwei Qualitätsindikatoren aus dem
Leistungsbereich Gynäkologische Operationen explizit diesen Prozess der
Entscheidung zum operativen
Eingriff ab. Weitere Indikatoren messen relevante Versorgungsprozesse
wie z.B. eine adäquate Antibiotikaprophylaxe bei Hysterektomie oder
aber Behandlungsergebnisse wie z.B. Organverletzungen und
Wundinfektionen.
Die zwölf ausgewerteten Indikatoren zeigen mehrheitlich eine gute
Versorgungsqualität. Die BQS-Fachgruppe Gynäkologie hat drei
Indikatoren mit kritischen Ergebnissen ausgewählt zur vertieften
Analyse im BQS-Qualitätsreport.
Das gesamte durch die BQS eingesetzte Indikatorenset wurde im Jahr 2002
auf der Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens (Geraedts &
Reiter 2001) validiert und überarbeitet. Der Datensatz wurde bereits
für das Verfahrensjahr 2003 an die methodisch hochwertigen Indikatoren
angepasst. Auf der Basis von Auswertungsergebnissen und von
Rückmeldungen aus Krankenhäusern wurden auch im Verfahrensjahr 2004
einzelne Indikatoren weiterentwickelt.