QualitätszielMöglichst wenige Patientinnen mit isolierten Ovareingriffen und fehlender postoperativer Histologie oder Follikel- oder Corpus-luteum-Zyste oder fehlende Organpathologie als führender histologischer Befund QualitätsindikatorIndikatortyp: Indikationsstellung Funktionszysten sind häufige Zufallsbefunde bei Routineuntersuchungen in der gynäkologischen Praxis vor allem bei Frauen im geschlechtsreifen Alter. Sie besitzen Krankheitswert fast ausschließlich bei Schmerzsymptomatik, zum Beispiel im Rahmen von Einblutungen oder Torsionen. In den meisten Fällen sind sie asymptomatisch und bilden sich spontan zurück. Allerdings bereitet die Abgrenzung zu echten benignen und malignen Neoplasien gelegentlich Schwierigkeiten. Zur präoperativen Differenzierung werden hauptsächlich die Sonographie, die Dopplersonographie und eine Beobachtung des Verlaufs herangezogen. Ein Tumormarker mit hoher Spezifität und Sensitivität für die präoperative Diagnostik steht derzeit nicht zur Verfügung. Querleu et al. (1993) konnten zeigen, dass unter 300 laparoskopischen Operationen wegen Ovarialzysten nur ein Malignom war, das präoperativ durch die entsprechende Diagnostik nicht als solches erkannt wurde. Pascual et al. (1997) belegten in einer Fall-Kontroll-Studie einen hohen positiven und negativen prädiktiven Wert für die Dopplersonographie zur Identifizierung von Funktionszysten. Osmers (1996) schlägt auf der Basis eines Reviews aus Literatur und eigenen Studien ein Management von einfachen Ovarialzysten vor. Dessen Implementierung soll zu einem Anteil von maximal 15% Funktionszysten an allen operativ entfernten Ovarialtumoren führen unter Minimierung des Risikos für „verschleppte“ Malignome.
Die Publikationslage zu dieser Fragestellung entspricht einer Evidenzstärke III (AHCPR). MethodikMethode der RisikoadjustierungRisikostandardisierte Fallkonstellation QualitätskennzahlIndikation bei Ovareingriffen: fehlende Histologie Zusätzliche Informationen zu dieser Qualitätskennzahl finden Sie auf der Website www.bqs-qualitaetsindikatoren.de unter der Kennzahl-ID 47596. RechenregelZähler: Patientinnen mit fehlender postoperativer Histologie Grundgesamtheit: Alle Patientinnen mit isoliertem Ovareingriff (ohne Adnektomie bei Mammakarzinom) (OPS-301 Version 2004: 5-651.0*, 5-651.1*, 5-651.2*, 5-651.3*, 5-652*, 5-653*, 5-659*) [Folgende OPS-301 Version 2004 sind zusätzlich erlaubt: 1*, 5-540*, 5-541.0-3, 5-542*, 5-651.4, 5-651.5*, 5-651.6*, 5-651.7*, 5-651.x*, 5-651.y, 5-656*, 5-657*, 5-658*, 5-85*, 5-87*, 5-88*, 5-89*, 5-9*], (Ausschluss von Patientinnen mit Entlassungsdiagnose ICD-10-GM Version 2004: C50 und gleichzeitig OPS-301 Version 2004: 5-652* oder 5-653*) ReferenzbereichReferenzbereich: 0 % Erläuterung zum Referenzbereich: Aus der Grundgesamtheit explizit ausgeschlossen sind Eingriffe, bei denen keine Histologie zu erwarten ist (z.B. Adhäsiolysen). Somit kann bei jedem dieser Eingriffe ein histologischer Befund gefordert werden. Vergleichbarkeit mit VorjahresergebnissenDie Ergebnisse 2004 sind nicht vergleichbar mit den Vorjahresdaten, da in 2003 nur Ovarektomien und Adnektomien (FP/SE), in 2004 aber alle Ovareingriffe dokumentationsverpflichtend waren. QualitätskennzahlIndikation bei Ovareingriffen fehlende Histologie, Follikel- oder Corpus-luteum-Zyste, fehlende Organpathologie
Zusätzliche Informationen zu dieser Qualitätskennzahl finden Sie auf der Website www.bqs-qualitaetsindikatoren.de unter der Kennzahl-ID 66595. RechenregelZähler: Patientinnen mit fehlender postoperativer Histologie oder Follikel- bzw. Corpus-luteum-Zyste oder fehlender Organpathologie als führender histologischer Befund Grundgesamtheit: Alle Patientinnen mit isoliertem Ovareingriff (ohne Adnektomie bei Mammakarzinom) mit vollständiger Entfernung des Ovars oder Adnexe (OPS-301 Version 2004: 5-652.2*, 5-652.3*, 5-653*) [Folgende OPS-301 Versionen 2004 sind zusätzlich erlaubt: 1*, 5-540*, 5-541.0-3, 5-542*, 5-651.4*, 5-651.5*, 5-651.6*, 5-651.7*, 5-651.x*, 5-651.y, 5-656*, 5-657*, 5-658*, 5-85*, 5-87*, 5-88*, 5-89*, 5-9*] (Ausschluss von Patientinnen mit Entlassungsdiagnose ICD-10-GM Version 2004: C50 und gleichzeitig OPS-301 Version 2004: 5-652* oder 5-653*) ReferenzbereichReferenzbereich: ≤ 23,8% (50%-Perzentile) Erläuterung zum Referenzbereich: Es besteht keine harte Evidenz für einen fixen Referenzbereich. Der Referenzbereich ist auch eine Frage des gesellschaftlichen Konsenses über das Verhältnis von Nutzen (frühzeitige Operation echter Tumore) und Risiken (überflüssige Operationen bei Follikel- und Corpus-luteum-Zysten). Eine Rate oberhalb des Medians von 23,8% ist allerdings sehr auffällig. Ein Strukturierter Dialog für die Hälfte der Krankenhäuser rechtfertigt sich über die Hinweise aus den Bundesdaten auf ein Versorgungsproblem. Vergleichbarkeit mit VorjahresergebnissenDie Ergebnisse 2004 sind vergleichbar mit den Vorjahresdaten. Die Grundgesamtheit dieser Kennzahl (Ovarektomien und Adnektomien) entspricht dokumentationspflichtigen Leistungen in 2003. BewertungOperative Eingriffe an den Eierstöcken bergen unabhängig vom operativen Zugang das Risiko zum Beispiel von Organverletzungen oder postoperativen Wundinfektionen. Diese sind verbunden mit einer hohen physischen und psychischen Belastung und verursachen darüber hinaus zusätzliche Kosten. Deshalb bedürfen sie einer sorgfältigen Indikation. Klinisch und sonographisch entdeckte einfache Zysten entsprechen meistens Funktionszysten und rechtfertigen nur in Ausnahmefällen ein operatives Vorgehen. Nicht in allen Fällen gelingt allerdings eine zuverlässige Einschätzung der Natur des Adnexbefundes, so dass eine operative Klärung notwendig werden kann. In den Fällen, in denen postoperativ kein pathologischer histologischer Befund vorliegt oder in denen kein Gewebe untersucht wurde, muss die Indikation zur Operation besonders kritisch hinterfragt werden. Zu dem Indikator „Indikation bei Ovareingriffen“ wurden zwei Kennzahlen ausgewertet und kommentiert: In der Gruppe der Patientinnen mit vollständiger Entfernung des Ovars oder der Adnexe als führendem Eingriff wurde in 24,99% entweder kein Befund dokumentiert, oder aber der histologische Befund lautete „Follikel- bzw. Corpus-luteum-Zyste“ bzw. „fehlende Organpathologie“. Die Spannweite zwischen den Krankenhausergebnissen lag bei 0,0 bis 75,0%. Da es keinen wissenschaftlich fundierten Referenzbereich gibt, hat ihn die Fachgruppe unterhalb des Medians festgelegt. Dieser liegt für den BQS-Bundesdatenpool 2004 bei 23,8%. Die Spannweite zwischen den Krankenhausergebnissen zeigt, dass es offensichtlich zahlreichen Krankenhäusern gelingt, Eingriffe bei Funktionszysten auf ein Minimum zu reduzieren. Andererseits aber scheinen bei einzelnen Krankenhäusern Adnexeingriffe unkritisch indiziert zu werden mit der Folge einer Über- und Fehlversorgung. Möglicherweise kann hier eine gezieltere Indikationsabstimmung zwischen ambulantem und stationärem Sektor zu einer Verbesserung führen. Im Vergleich zum Jahr 2003 sind die Ergebnisse für diese Kennzahl nur geringfügig günstiger (26,58%). Ob sich hier tatsächlich ein positiver Trend abzeichnet, werden die Ergebnisse der folgenden Jahre zeigen. Da ein histologischer Befund bei Gewebeentnahmen am Ovar zwingend erforderlich ist, hat die Fachgruppe einen Referenzwert von 0 Fällen für die Kennzahl „fehlende postoperative Histologie“ festgelegt. In der Gruppe aller Patientinnen mit isoliertem Ovareingriff fehlte in 2.639 Datensätzen die Angabe eines histologischen Befundes. Nur 225 von 781 Krankenhäusern hatten für 100% der Fälle einen histologischen Befund dokumentiert. Es muss unbedingt im Strukturierten Dialog geklärt werden, ob es sich bei den fehlenden histologischen Befunden tatsächlich um fehlende Befunde oder um eine lückenhafte Dokumentation des Eingriffs handelt. |