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Zusammenfassung

Die Gründe für einen Wiederholungseingriff (Revision) bzw. eine Entfernung (Explantation) eines Herzschrittmachers sind vielfältig. Bei den Problemen am Herzschrittmacheraggregat kann es sich z. B. um eine Fehlfunktion handeln. Aber auch Infektionen, Perforationen und Ähnliches treten in seltenen Fällen auf. Bei den Sonden können Komplikationen wie z. B. ein Sondenbruch oder ein Verrutschen (Dislokation) der Sonde die Schrittmacherfunktion beeinträchtigen. Häufige Revisionen können auf Mängel beim Einbau (Implantation) der Herzschrittmacher hinweisen.

Da eine Verlaufsbeobachtung aller Herzschrittmacher-Erstimplantationen in der externen Qualitätssicherung derzeit nicht möglich ist, werden Daten der Revisionsoperationen als indirekter Indikator für die Ergebnisqualität der Erstimplantationen näher analysiert.

Die Rate von Revisionsoperationen in einem Krankenhaus ist aber nur aussagefähig, wenn man sie auf Patienten bezieht, denen der Schrittmacher im gleichen Krankenhaus implantiert wurde. Das Auswertungskonzept berücksichtigt dies bei der Beurteilung der Indikation zum Revisionseingriff. Um näherungsweise die Komplikationsraten der Krankenhäuser vergleichen zu können, wird als Bezugsgröße das gemeldete Implantationsvolumen des Krankenhauses im gleichen Jahr verwendet.

Infektionen stellen eine seltene, aber ernste Komplikation der Schrittmacherimplantation dar. Es können die Aggregattasche, in die das Schrittmacheraggregat eingepflanzt wird, oder die Sonden im Verlauf der Venen bzw. im Herzen selbst infiziert sein. Eine sich ausbreitende Infektion kann auch die Herzklappen erfassen. Die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) ist möglich. Frühe Infektionen nehmen häufig in der Implantationsoperation selbst ihren Ursprung, späte Infektionen können nach Durchwanderung des Schrittmachers durch die Haut (Perforation) entstehen.

Die Gesamtrate von 0,66% Infektionen als Indikation zur Revision kann im internationalen Vergleich als gut gewertet werden. Die Analyse der Verteilung der Krankenhausergebnisse zeigt, dass 168 von 793 Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen bzw. vier von 85 Krankenhäusern mit weniger als 20 Fällen ein Ergebnis außerhalb des Referenzbereichs aufwiesen.

Die Analyse im Rahmen des Strukturierten Dialogs soll bei diesem Qualitätsindikator Fragen zur Strukturqualität (z. B. Ort der Operation) und Prozessqualität (z. B. Operationsdauer, Antibiotikagabe des vorausgegangenen Eingriffs) bzw. zum Risikoprofil der betroffenen Patienten beinhalten. Ergänzend sollen der Zeitpunkt des Auftretens der Infektion und der verursachende Keim berichtet werden.

Die Sondendislokation, d. h. ein Verrutschen der Sondenspitze, ist eine Komplikation, die am ehesten mit der Technik des Eingriffs im Zusammenhang steht. Die Dislokationsrate eignet sich daher besonders als Ergebnisindikator.

Bei 2,12% der Patienten, bei denen ein Eingriff an der Vorhofsonde stattgefunden hatte, kam es nach dem Eingriff zur Vorhofsondendislokation. Bei den Ventrikelsonden waren dies 1,61%. Diese Raten liegen jeweils unter dem Referenzbereich von 3%. Eine Spannweitenbeurteilung ist aufgrund der geringen Fallzahl schwierig. Für die Vorhofsonden gilt: Zwei von sechs Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen wiesen Dislokationsraten über 3% auf. Bei den Krankenhäusern mit weniger als 20 Fällen waren dies 29 von 526. Bei den Ventrikelsonden lagen ebenfalls zwei Krankenhäuser mit mindestens 20 Fällen bzw. 39 von 664 Krankenhäusern mit weniger als 20 Fällen mit ihren Dislokationsraten außerhalb des Referenzbereichs von 3%.