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Zusammenfassung

Die Behandlung von Herzschrittmacherpatienten beinhaltet regelmäßige Nachkontrollen des Schrittmachers. Dabei wird u. a. überprüft, ob ein Austausch des Schrittmacheraggregats erfolgen muss. In der Regel ist dies nach sieben bis acht Jahren durch die reguläre Batterieerschöpfung der Fall. Gelegentlich können bestimmte Kennwerte des Schrittmachers aber auch eine vorzeitige Batterieerschöpfung ankündigen.

Der alleinige Austausch des Schrittmacheraggregats in seiner „Tasche“ über der Brust stellt einen chirurgisch einfachen Eingriff dar.

Fabrikationsfehler von Komponenten des Schrittmacheraggregats (z. B. der Batterie) oder Mängel der Implantationstechnik wie z. B. ein Isolationsdefekt oder eine nicht optimale Sondenlage mit hohen Reizschwellen können zu einer vorzeitigen Batterieerschöpfung führen, d. h. einer Batterieentladung, die deutlich vor dem regulären Betriebsende eines Schrittmachers liegt. Hohe Reizschwellen lassen eine frühe Batterieerschöpfung erwarten. Bei normaler Reizschwelle ist ein vorzeitiger Aggregatwechsel nur dann indiziert, wenn Isolationsdefekte der Sonden vorkommen oder bei der Programmierung der Herzschrittmacherstimulation unverhältnismäßige Sicherheitsabstände eingestellt werden.

Die Anzahl der Aggregatwechsel wegen vorzeitiger Batterieerschöpfung betrug im Jahre 2004 368. Bezogen auf die Fälle mit normaler Reizschwelle (≤ 2V) bzw. ohne Information zur Reizschwelle betrug die Rate 2,45% (332 von 13.529 Patienten). Da die Indikationsstellung zum Wechsel bei diesen Fällen in jedem Fall zu hinterfragen ist, ist der Indikator als Sentinel-Event-Indikator definiert worden. In jedem der 332 Fälle sollte erfragt werden, ob es sich um Hardwareprobleme oder fehlerhafte Programmierungen handelte.

Die Laufzeit (Funktionszeit) eines Schrittmacheraggregats ist abhängig von der nutzbaren Batteriekapazität und von seinem Energieverbrauch. Die Batteriekapazität ist proportional zu ihrer Größe. Üblicherweise kommen heutzutage Lithiumiodid-Batterien zum Einsatz. Ausreichende, aber nicht in jedem Einzellfall zufrieden stellende Laufzeiten sind fünf bis sechs Jahre für ein Zweikammersystem und sieben bis acht Jahre für ein Einkammersystem.

Bei 88,20% der Einkammersysteme (mit Sonden nur im rechten Herzvorhof oder der rechten Herzkammer) und bei 70,02% der Zweikammersysteme (mit Sonden in Vorhof und Kammer) wurde eine Laufzeit von über sechs Jahren erreicht. Die Fachgruppe hat die 10%-Perzentile als Referenzbereich festgelegt. Bei den Einkammersystemen lagen zwei von 23 Krankenhäusern und bei den Zweikammersystemen sechs von 65 Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen außerhalb des Referenzbereichs.

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass in ca. 30% der Fälle keine Angaben zur Laufzeit vorliegen. Daher plant die Fachgruppe für 2005 eine genauere Analyse der Dokumentationsraten zur Laufzeit von Herzschrittmachern.

Die Grundgesamtheiten der Verfahrensjahre 2003 und 2004 waren vergleichbar, die Gesamtraten lagen ähnlich hoch.