Zusammenfassung
Ca. 15% aller über 65-jährigen Menschen in westlichen Ländern leiden
an einer chronisch degenerativen Erkrankung des Hüftgelenks, der
Koxarthrose.
Diese Gelenkverschleißerkrankung beeinträchtigt den betroffenen
Menschen durch Schmerzen und Funktionseinbußen erheblich in seiner
Lebensqualität.
Bei hochgradigem Hüftgelenkverschleiß ist der Gelenkersatz durch
eine so genannte Endoprothese die Behandlungsmethode der Wahl. Der
Gelenkersatz hat das Ziel, dem Patienten Schmerzfreiheit und eine
alltagstaugliche Hüftgelenkbeweglichkeit bei langer Nutzungsdauer
(Standzeit) der Endoprothese zu ermöglichen.
Von den allgemeinen, d. h. nicht-chirurgischen Komplikationen
während oder nach einer Operation zum Gelenkersatz können insbesondere
Komplikationen des Herzens (z.B. Herzinfarkt) oder der Lunge (z.B.
Lungenentzündung) akut lebensbedrohlich sein. Eine entsprechende
patientenorientierte Risikoeinschätzung muss bei diesem Wahleingriff
durch den Operateur bzw. den Anästhesisten erfolgen. Das Risiko für
Komplikationen steigt mit den vorbestehenden Begleiterkrankungen des
Patienten. Deshalb wurden die Ergebnisse des Qualitätsindikators
„allgemeine Komplikation“ nach den so genannten ASA-Kriterien in
riskoadjustiert, d. h. in Abhängigkeit vom Risiko, dargestellt. Die
ASA-Klassifikation teilt den Allgemeinzustand des Patienten von gut (1)
bis sehr schlecht (5) ein.
Die Gesamtrate von 4,94% bei den allgemeinen Komplikationen (bezogen
auf alle Patienten) liegt für die hier betroffenen Patientengruppe
(Durchschnittsalter von 69 Jahren) im erwarteten Bereich. Die
Einzelergebnisse liegen in der Größenordnung der in der Literatur
berichteten Raten. Bei Patienten mit gutem Allgemeinzustand (ASA 1–2) liegt sie mit 3,30%
erwartungsgemäß niedriger als bei Patienten mit schlechtem
Allgemeinzustand (ASA 3–4) mit 8,63%.
Auffällig ist eine Spannweite von 0,0 bis 33,3% bei Krankenhäusern
mit mindestens 20 Fällen. Mit 46 Krankenhäusern (95%-Perzentile) ist im
Strukturierten Dialog zu klären, wie es zu den hohen Komplikationsraten
kommen konnte.
Die Gesamtraten für diesen Qualitätsindikator liegen in den Jahren 2004 (4,94%) und 2003 (5,45%) auf vergleichbarem Niveau.
Der Hüftgelenkersatz zielt auf die Verbesserung der Lebensqualität
der Patienten mit Verschleißerkrankungen des Hüftgelenks ab. Da es sich
um einen Elektiveingriff handelt, ist eine extrem geringe Sterblichkeit
während bzw. nach dem Eingriff zu fordern.
354 Patienten von 137.858 Patienten mit einer
Hüft-Endoprothesen-Erstimplantation sind im Jahre 2004 im Krankenhaus
verstorben. Das entspricht einer Rate von 0,26%.
Der Qualitätsindikator ist als Sentinel-Event-Indikator ausgelegt,
d. h., jeder Todesfall soll im Strukturierten Dialog mit den
Krankenhäusern analysiert werden.