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Qualitätsziel

Geringe Letalität

Qualitätsindikator

Indikatortyp: Ergebnisindikator

Der alloarthroplastische Hüftgelenkersatz stellt einen elektiven Eingriff dar, der auf eine Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit degenerativen Erkrankungen des Hüftgelenks abzielt, weshalb eine sehr geringe perioperative Letalität zu fordern ist. Indikationsstellung und Qualitätsbeobachtung stehen damit im besonderen Spannungsfeld der individuellen Risikoabschätzung.

Für Menschen mit elektivem Gelenkersatz lag die 90-Tages-Letalitätsrate in England 1996 unter der allgemeinen Letalitätsrate vergleichbarer Altersgruppen. Dieser Umstand spiegelt die Patientenselektion für diesen Eingriff wider (Dunsmuir et al. 1996).

Empirische Daten der AHRQ zeigen, dass dieser Indikator relativ genau ist und dass sich eine durchschnittliche „in-patient“-Letalitätsrate von 1,2% (Standardabweichung 5,7%) pro Leistungsanbieter (Originaltext: „Provider“) ergibt. 

Um eine bessere Vergleichbarkeit der Krankenhausergebnisse zu ermöglichen, ist eine Stratifizierung nach Komorbiditäten erforderlich (AHRQ, Khuri et al. 1999). Diese wird für den vorliegenden Indikator nach den ASA-Kriterien vorgenommen. Weitere Einflussfaktoren sind die operative Technik (unzementiert/ zementiert/ Zementiertechnik), das eingesetzte Anästhesieverfahren und das anästhesiologische Monitoring sowie – kontrovers diskutiert – die einrichtungsspezifischen Eingriffszahlen (Parvizzi et al. 2001, Sharrock et al. 1995, Khuri et al. 1999).

Quantifizierbare Angaben zu risikoadjustierten Letalitätsraten finden sich in der Literatur nicht. Es werden lediglich Angaben zu relativen Risikoerhöhungen gemacht (Khuri et al. 1999).

Die Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie fordert daher eine Nachverfolgung jedes Todesfalls nach elektivem Hüftgelenkersatz im Sinne eines „Sentinel Event“.

Methodik

Methode der Risikoadjustierung

Stratifizierung

Qualitätskennzahl

Letalität

Zusätzliche Informationen zu dieser Qualitätskennzahl finden Sie auf der Website www.bqs-qualitaetsindikatoren.de unter der Kennzahl-ID 45060.

Rechenregel

Zähler: Verstorbene Patienten

Grundgesamtheit: Alle Patienten

Referenzbereich

Referenzbereich: Sentinel Event

Erläuterung zum Referenzbereich: Bei einem elektiven Hüft-TEP-Eingriff ist eine niedrige Letalität zu fordern. Seltene Komplikationen, wie z. B. Anästhesiezwischenfälle oder andere Komplikationen, können im Einzelfall zum Tod führen. Die Fachgruppe fordert daher grundsätzlich eine Einzelfallanalyse aller Todesfälle.

Vergleichbarkeit mit Vorjahresergebnissen

Während bis 2003 die dokumentationspflichtigen Leistungen festgelegt waren durch Fallpauschalen und Sonderentgelte, erfolgt seit 2004 die Auslösung durch den QS-Filter. Einschlusskriterium für den Leistungsbereich der Hüft-Endoprothesen-Erstimplantation ist die Menge der OPS-Kodes für Hüft-Endoprothesen. Somit sind die einbezogenen Leistungen in der BQS-Bundesauswertung 2004 nicht deckungsgleich mit dem Vorjahr 2003, es bestehen allerdings nur geringfügige Abweichungen.

Bewertung

354 Patienten von 137.858 Patienten mit einer Hüftprothesen-Erstimplantation sind im Jahre 2004 im Krankenhaus verstorben. Das entspricht einer Rate von 0,26%. Bei Patienten der ASA-Klassen 1 und 2 waren es 82 Patienten (0,09%). Bei einer elektiven Operation sollte die Letalitätsrate möglichst niedrig sein. Der Indikator ist daher als Sentinel-Event-Indikator ausgelegt, d. h., jeder Todesfall ist im Strukturierten Dialog mit den Krankenhäusern zu analysieren.

2003 waren von 91.551 Patienten 156 Personen verstorben (0,17%). Angesichts der geänderten Grundgesamtheit (2003 Fallpauschalen, 2004 QS-Filter) ist eine direkte Vergleichbarkeit nicht gegeben, so dass nicht von einem Anstieg der Letalität gesprochen werden kann. Vielmehr liegt die Letalität in beiden Jahren in einer ähnlichen Größenordnung.