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Zusammenfassung

Endoprothesenwechsel sind bei Lockerung der Endoprothese angezeigt. Ursachen der Lockerung können ein Knochensubstanzverlust um die Endoprothese herum, das Ausbleiben des knöchernen Einbaus bei zementfreien Endoprothesen, eine akute oder chronische Infektion, ein Bruch (Fraktur) oder andere Probleme sein (Stürmer 1999).

Hüft-Totalendoprothesen haben in der Regel eine Standzeit, d. h. eine Zeitspanne zwischen Erstoperation und Wechseloperation, von über 15 Jahren. Der Anteil an Wiederholungseingriffen (Revisionsoperationen) bezogen auf die Erstimplantation beträgt ca. 10 bis 28% (je nach Endoprothesentyp), wie die über Jahre dokumentierten Beobachtungen des schwedischen Endoprothesenregisters zeigen konnten.

Ein primär asymptomatischer Gelenkersatz, bei dem in der Folge nicht erklärbare Schmerzen auftreten, hat so lange als infizierter Gelenkersatz zu gelten, bis das Gegenteil bewiesen ist. In der Regel wird zunächst die Untersuchung der Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und der Entzündungsmarker BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) und CRP (C-reaktives Protein) durchgeführt. Auffälligkeiten bei einem dieser Entzündungszeichen erfordern bei Ausschluss anderer Infektionsquellen eine Gelenkpunktion, d. h. einen Einstich einer Nadel in den Gelenkinnenraum, und die Gewinnung von Gelenkflüssigkeit zur bakteriologischen Untersuchung.

In 44,72% der Fälle mit Entzündungszeichen wurde eine Gelenkpunktion durchgeführt. Im Vorjahr lag die Rate bei 46,42%. Das ist angesichts der Leitlinienempfehlung zu dieser Maßnahme eine niedrige Rate. Die Spannweite lag bei 6,9 bis 100%, d. h., einige Krankenhäuser führen diese Diagnostik anscheinend grundsätzlich bei jedem Verdachtsfall, andere fast nie durch. Da lediglich 13 Krankenhäuser mindestens 20 Fälle in der Grundgesamtheit aufwiesen, kam statt der 95%-Perzentile das Minimum zur Anwendung, d. h., das Krankenhaus mit der niedrigsten Gelenkpunktionsrate von 6,9% gilt als auffällig. Hier muss der Strukturierte Dialog die Gründe für die seltene Nutzung der notwendigen Diagnostik klären.

Eine frühzeitige Ausrenkung (Luxation) des endoprothetisch versorgten Hüftgelenks ist eine schwerwiegende Komplikation. Sie ist schmerzhaft und verzögert den Heilungsverlauf. Dadurch besteht eine erhöhte Gefahr für das zusätzliche Auftreten von Komplikationen wie Beinvenenverschluss (Thrombose), Lungengefäßverschluss (Lungenembolie) oder Druckgeschwür (Dekubitus). Luxationsfolgen können so zu einer dauerhaften Beeinträchtigung des Patienten führen. Bei wiederholter Luxation sollte die Indikation zu einer erneuten Operation (Revisionsoperation) geprüft werden.

Die Rate der Endoprothesenluxation nach Hüftprothesenwechsel ist mit 2,72% im Vergleich mit den Ergebnissen der internationalen Literatur niedrig, allerdings ist die Beobachtungsphase beschränkt auf den stationären Aufenthalt. Die Spannweite liegt zwischen 0,0 und 19,0%, d. h., in einem Krankenhaus wies nahezu jeder 5. Wechseleingriff diese Komplikation auf. Mit den außerhalb der 95%-Perzentile liegenden Krankenhäusern sind im Strukturierten Dialog die Gründe für die erhöhten Komplikationsraten zu klären. Die Luxationsrate betrug 2003 3,12% und lag damit in einer vergleichbaren Größenordnung.