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QualitätszielMöglichst oft Gelenkpunktion bei Infektionsverdacht QualitätsindikatorIndikatortyp: Prozessindikator Ein primär asymptomatischer Gelenkersatz, bei dem Schmerzen auftreten, deren Ursache nicht erklärbar ist, hat so lange als infizierter Gelenkersatz zu gelten, bis das Gegenteil bewiesen ist. In der Regel wird zunächst die Untersuchung der Leukozytenzahl und der Entzündungsparameter BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) und CRP (C-reaktives Protein) durchgeführt. Auffälligkeiten bei einem dieser Entzündungszeichen erfordern bei Ausschluss anderer Infektionsquellen eine Gelenkpunktion mit Gewinnung von Gelenkflüssigkeit zur bakteriologischen Untersuchung. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (Stürmer 2001) fordert ebenso wie die American Hip Society (Callaghan et al. 1995) bei Erhöhung bereits eines Entzündungsparameters die Punktion des unter Infektionsverdacht stehenden, prothetisch versorgten Hüftgelenks unter streng aseptischen Vorsichtsmaßregeln. Für die Planung des Revisionseingriffs ist die Kenntnis, ob es sich um ein infiziertes Kunstgelenk handelt, von herausragender Bedeutung. Darüber hinaus sind Erregernachweis und Antiobigramm notwendig, um rechtzeitig eine effektive und zielgenaue medikamentöse Therapie einleiten zu können (Jackson & Schmalzried 2000). Eine prospektiv angelegte klinische Studie bei 202 Hüftendoprothesenrevisionen wies nach, dass eine normale BSG in Verbindung mit einem normalen CRP-Wert eine Infektion nahezu ausschloss. Umgekehrt war bei Patienten mit bestätigtem Infekt eine Erhöhung von mindestens einem der beiden Entzündungsparameter festzustellen (Spangehl et al. 1999). Auch in anderen Studien (z.B. Virolainen et al. 2002) konnte gezeigt werden, dass die Methode der Gelenkpunktion eine hohe Sensitivität und Spezifität aufweist, d.h., sie vermag einerseits Infektionen sicher zu erkennen und kann andererseits bei negativem Ergebnis das Vorliegen einer Infektion relativ sicher ausschließen. Methodik
Methode der RisikoadjustierungKeine Risikoadjustierung QualitätskennzahlGelenkpunktion bei Infektionsverdacht Zusätzliche Informationen zu dieser Qualitätskennzahl finden Sie auf der Website www.bqs-qualitaetsindikatoren.de unter der Kennzahl-ID 46082. RechenregelZähler: Patienten mit Gelenkpunktion Grundgesamtheit: Alle Patienten mit Entzündungszeichen im Labor (BSG, CRP, Leukozytose) ReferenzbereichReferenzbereich: ≥ 6,9% (5%-Perzentile, wegen geringer Krankenhausanzahl nicht bestimmt, ersatzweise Minimum) Erläuterung zum Referenzbereich: Die Fachgruppe fordert immer (100%) eine Gelenkpunktion bei Infektionsverdacht. Diese kann in seltenen Fällen auch vor der stationären Aufnahme erfolgen. Da der Datensatz hier nicht genau differenziert, kann nicht sicher ausgeschlossen werden, dass „nein“ angegeben wurde, wenn die Gelenkpunktion bereits ambulant durchgeführt worden ist. Die Fachgruppe hat daher hilfsweise die 5%-Perzentile als Referenzbereich festgelegt. Vergleichbarkeit mit VorjahresergebnissenWährend bis 2003 die dokumentationspflichtigen Leistungen durch Fallpauschalen und Sonderentgelte festgelegt waren, erfolgt seit 2004 die Auslösung durch den QS-Filter. Im Leistungsbereich Hüft-Totalendoprothesen-Wechsel ist die Menge der OPS-Kodes für Hüft-Totalendoprothesen-Wechsel das Einschlusskriterium. Somit sind die einbezogenen Leistungen in der BQS-Bundesauswertung 2004 nicht deckungsgleich mit dem Jahr 2003, es bestehen allerdings nur geringfügige Abweichungen. BewertungIn 44,72% der Fälle mit Entzündungszeichen wurde eine Gelenkpunktion durchgeführt. Im Jahr 2003 lag die Rate bei 46,42%. Das ist angesichts der Leitlinienempfehlung zu dieser Maßnahme eine niedrige Rate. Die Spannweite lag bei 6,9% bis 100%, d. h., einige Krankenhäuser führen diese Diagnostik anscheinend grundsätzlich bei jedem Verdachtsfall, andere fast nie durch. Da lediglich 13 Krankenhäuser mindestens 20 Fälle in der Grundgesamtheit aufwiesen, kam statt der 95%-Perzentile das Minimum zu Anwendung, d. h., das Krankenhaus mit der niedrigsten Gelenkpunktionsrate von 6,9% gilt als auffällig. Hier soll der Strukturierte Dialog die Gründe für die seltene Nutzung der notwendigen Diagnostik erfragen. |