Zusammenfassung
Jährlich erleiden etwa 200.000 Menschen in Deutschland einen
Schlaganfall. Etwa 30.000 Schlaganfälle werden durch eine Verengung
(Stenose) der hirnversorgenden Halsschlagader (extrakranielle Arteria
carotis interna) verursacht.
In internationalen Multicenter-Studien in Europa und Nordamerika
konnte gezeigt werden, dass die operative Entfernung gefäßverengender
Plaques (Karotis-TEA) bei bestimmten Patientengruppen der alleinigen
medikamentösen Therapie überlegen ist.
Auf Grundlage dieser Studien liegen gesicherte Erkenntnisse auf dem
höchsten Level der evidenzbasierten Medizin darüber vor, für welche
Gruppen von Patienten eine Operationsindikation besteht und welche
Komplikationsraten nicht überschritten werden dürfen, damit der Patient
von der Operation profitiert. Die sich aus diesen Erkenntnissen
herleitenden Empfehlungen wurden für das Auswertungskonzept des
Leistungsbereichs Karotis-Rekonstruktion übernommen.
Für die externe Qualitätsdarstellung wurden von der Fachgruppe neun
Qualitätsziele definiert, von denen zwei für die Berichterstattung im
BQS-Qualitätsreport ausgewählt wurden.
Für Patienten mit einer Verengung der Halsschlagader ohne
Krankheitserscheinungen (asymptomatische Karotisstenose) besteht eine
Operationsindikation bei einem Stenosegrad von ≥ 60%. Eine solche
Stenose lag bei 89,95% der operierten Patienten vor. Dieses Ergebnis
spiegelt eine insgesamt sorgfältige Indikationsstellung wider. Die
Spannweite der Krankenhausergebnisse reichte von 61,9 bis 100% und war
damit deutlich enger als im Vorjahr (23,5 bis 100%). Auffällig waren 13
von 184 Krankenhäusern, die in weniger als 80% der Fälle Patienten mit
einer Stenose von ≥ 60% operiert haben. Diese Ergebnisse sind im
Strukturierten Dialog zu analysieren.
Die Rate perioperativer Schlaganfälle oder Todesfälle unter allen
Patienten mit einer asymptomatischen Karotisstenose von ≥ 60% ist mit
1,74% Ausdruck guter Versorgungsqualität. Die Spannweite der
Krankenhausergebnisse reichte von 0,0 bis 8,0%. 26 von insgesamt 143
Krankenhäusern, die mindestens 20 Patienten behandelt haben, lagen mit
ihren Ergebnissen oberhalb des Referenzwertes von < 3% und sollen im
Strukturierten Dialog angesprochen werden. Allerdings ist auch bei
Krankenhäusern mit niedrigen Fallzahlen eine Sensibilisierung für das
Erreichen der evidenzbasierten Referenzbereiche erforderlich.
Sinnvoll erscheint die gemeinsame Betrachtung der Qualität der
Indikationsstellung und der Ergebnisqualität. Von 439 Krankenhäusern,
die asymptomatische Karotisstenosen behandelt haben, erreichen elf
Krankenhäuser weder für die Indikationsstellung noch für die
Ergebnisqualität die geforderten Referenzbereiche. Mit diesen
Krankenhäusern wird eine Analyse der Versorgungsstrukturen und -prozesse im Dialog empfohlen.