Ausblick
Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie
wird derzeit interdisziplinär und interprofessionell eine S3-Leitlinie
„Karotisstenose“ entwickelt. Es ist vorgesehen, die Definition von
Qualitätsindikatoren bereits in den Entwicklungsprozess der Leitlinie
zu integrieren. Dadurch wird ein breiter fachwissenschaftlicher Konsens
herbeigeführt, welche qualitätsrelevanten Aspekte für
Qualitätssicherungsverfahren Verwendung finden können.
Qualitätsindikatoren können die Implementierung von Leitlinien in die
klinische Standardversorgung wirkungsvoll unterstützen. Für die
BQS-Fachgruppe Gefäßchirurgie wird die Leitlinie eine entscheidende
Arbeitsgrundlage liefern. Darüber hinaus sollten in der Leitlinienentwicklung
Dokumentationsstandards für die Erfassung versorgungsrelevanter Daten
festgelegt werden. Durch die Definition eines solchen, von breitem
Konsens getragenen Standards kann ein wesentlicher Schritt zur
Entbürokratisierung im Gesundheitswesen geleistet werden.
Ein Arbeitsschwerpunkt der Fachgruppe Gefäßchirurgie bei der BQS
wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2005 in der Entwicklung eines
logistischen Regressionsmodells zur Risikoadjustierung des
Qualitätsindikators „Schwere Schlaganfälle und Todesfälle“ liegen. Ein
weiteres Modell kann auch für den Qualitätsindikator „Alle
Schlaganfälle oder Tod“ angewendet werden. Solche Modelle wurden auf
der Basis des Bundesdatenpools des Jahres 2003 entwickelt und werden
anhand der vollständigen BQS-Bundesdaten 2004 validiert. Mit Hilfe
dieser Modelle werden weitere, bislang noch unberücksichtigte
Einflussfaktoren der Ergebnisqualität die Darstellung einer
risikoadjustierten Krankenhausrate bzw. das Verhältnis oder die
Differenz der erwarteten zu den beobachteten Raten ermöglichen. Ein
wesentlicher Vorteil gegenüber den bislang eingesetzten Methoden zur
Risikoadjustierung „Stratifizierung“ und „Risikostandardisierte
Fallkonstellation“ liegt darin, dass keine Subgruppen gebildet werden
müssen. Dadurch kann eine größere Anzahl von Fällen für die Berechnung
der Gesamtrate verwendet werden. Der statistische Vergleich der
Krankenhausergebnisse wird dadurch verbessert. Voraussichtlich wird der Einsatz dieser risikoadjustierten
Qualitätsindikatoren für die BQS-Bundesauswertung 2005 zur Verfügung
stehen.
Die Fachgruppe stellt fest, dass für die interventionelle Therapie
der Karotisstenose keine vergleichbaren Qualitätsmessinstrumente und
Ergebnisse zur Verfügung stehen. Die wissenschaftliche Bewertung der
Wirksamkeit der Methode ist noch nicht abgeschlossen. Bei Zunahme der
Fallzahlen dieses Verfahrens sollte eine Berücksichtigung in der
externen Qualitätssicherung in Erwägung gezogen werden.