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Qualitätsziel

Selten Transfusionsbedarf von mehr als zwei Transfusionseinheiten (TE) Fremdblut

Qualitätsindikator

Indikatortyp: Prozessindikator

Schonende Präparation gilt als wesentliches Element einer Blut sparenden Operationstechnik. Allerdings kommt es beim künstlichen Ersatz des Kniegelenks aufgrund notwendiger Resektionsflächen innerhalb des spongiösen Knochens zu erheblichen Blutverlusten. Auch das Tourniquet-Management hat Einfluss auf die zu erwartenden Blutverluste (Lotke et al. 1991, Jorn et al. 1999, Vandenbussche et al. 2002, Padala et al. 2004). Anhand von Messungen prä- und postoperativer Hämoglobin- und Hämatokritwerte wurde ermittelt, dass bei diesen Eingriffen ein mittlerer Blutverlust von 700 bis 1600 ml zu erwarten ist (Callaghan 1995).

Ein Cochrane Review zum Transfusionsregime (Hill et al. 2004) beklagt unzureichende Studienqualitäten und resümiert aufgrund der verfügbaren Datenlage, dass ein restriktiver Einsatz von Fremdblut bei Patienten ohne schwere kardiale Vorschädigung zu fordern sei. Die Risiken des Unterlassens von Transfusionen liegen in der Ausbildung kritischer Anämien mit dem Auftreten ischämischer (kardialer) Komplikationen – in Abhängigkeit vom Patientenalter und von Komorbidität (SIGN 2001).

Der Indikator betrachtet die Fremdbluttransfusion als Surrogatparameter für Blut sparende Operationstechnik und nicht als Ausdruck des Transfusionsregimes.

Auffällig werden Krankenhäuser, die bei einem sehr hohen Anteil ihrer Patienten mehr als zwei Fremdbluteinheiten transfundieren. In diesen Fällen ist auch unter Berücksichtigung des Einflusses unterschiedlicher Transfusionsregimes ein nicht ausreichend Blut sparendes operatives Vorgehen als Ursache anzunehmen.

Angesichts der Tatsache, dass der Indikator die multiplen Einflussfaktoren auf das Transfusionsverhalten nicht abbilden kann, ist eine differenzierte Diskussion im Strukturierten Dialog erforderlich.

Methodik

Methode der Risikoadjustierung

Keine Risikoadjustierung

Qualitätskennzahl

Fremdblutbedarf

Zusätzliche Informationen zu dieser Qualitätskennzahl finden Sie auf der Website www.bqs-qualitaetsindikatoren.de unter der Kennzahl-ID 47363.

Rechenregel

Zähler: Patienten mit > 2 Transfusionseinheiten Fremdblut

Grundgesamtheit: Alle Patienten

Referenzbereich

≤ 8,3% (95%-Perzentile)

Erläuterung zum Referenzbereich: Der Parameter „seltene Gabe von mehr als zwei Transfusionseinheiten (TE)“ wird als Surrogatparameter für Blut sparendes Operieren verstanden. Da evidenzbasierte Empfehlungen für den Blutverbrauch bei Knieeingriffen nicht vorliegen, hat die Fachgruppe den Verteilungskennwert der 95%-Perzentile gewählt. Das heißt: Die 5% Krankenhausergebnisse mit dem höchsten Anteil an Fällen mit mehr als zwei Fremdbluteinheiten sind als auffällig zu werten.

Vergleichbarkeit mit Vorjahresergebnissen

Während bis 2003 die dokumentationspflichtigen Leistungen festgelegt waren durch Fallpauschalen und Sonderentgelte, erfolgt seit 2004 die Auslösung durch den QS-Filter. Einschlusskriterien im Leistungsbereich Knie-TEP sind die OPS-Kodes für Knie-Endoprothesen. Somit sind die einbezogenen Leistungen in der BQS-Bundesauswertung 2004 nicht deckungsgleich mit dem Vorjahr, es bestehen allerdings nur geringfügige Abweichungen.

Bewertung

Der Qualitätsindikator hat die Funktion eines Surrogatparamters für Blut sparendes Operieren. In diesem Sinne lag die Rate der Patienten, die im Rahmen einer Knie-TEP im Jahre 2004 mehr als zwei Transfusionseinheiten Fremdblut benötigten, bei 1,86%. Die Spannweite betrug 0 bis 48,1%.

Eine Fremdblutgabe, die im Krankenhausvergleich außerhalb der 95%-Perzentile, d.h. bundesweit bei 8,3% lag, wird von der Fachgruppe als auffällig hoch angesehen. Hier sollte im Strukturierten Dialog nach der Ursache für den hohen Fremdblutbedarf gefragt werden.