Zusammenfassung
Knieendoprothesenwechsel (Revisionseingriff) sind indiziert bei
Implantatlockerung einer Knie-Totalendoprothese (TEP), fortschreitender
Verschleißerkrankung in den bisher nicht ersetzten Gelenkanteilen bei
Kniegelenkteilersatz sowie bei erheblicher Funktionsbeeinträchtigung
eines endoprothetisch versorgten Gelenks.
Ein Knieendoprothesenwechsel ist technisch anspruchsvoller als eine
Erstimplantation. Dies betrifft sowohl die Auswahl der geeigneten
Endoprothese und die geeignete operative Technik als auch das
Management von während oder nach dem Eingriff auftretenden Problemen,
wie z. B. Knochensubstanzverlust oder Brüchen.
Die klinischen Leitsymptome der Endoprothesenlockerung sind in der
Regel Schmerzen, Schwellung bzw. Gelenkerguss sowie eine
Bewegungseinschränkung und oft auch eine Instabilität des betroffenen
Kniegelenks. In Anbetracht der Tragweite einer Wechseloperation sollten
wenigstens ein klinisches Kriterium und ein labordiagnostisches (z. B.
Entzündungsmarker) oder röntgenologisches Kriterium (z. B.
Lockerungszeichen im Röntgenbild) zum Wechsel der Endoprothese erfüllt
sein.
Die Gesamtrate für Patienten mit mindestens einem klinischen und
einem labordiagnostischem oder röntgenologischen Kriterium zum
TEP-Wechsel lag 2004 bei 86,13%. Bei vergleichbarer Grundgesamtheit war
die Rate somit ähnlich hoch wie 2003 (86,78%).
Die Spannweite reichte von 45,0 bis 100%, bei fünf von 100
Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen lag die Rate außerhalb der
5%-Perzentile. Hier sollte nach Meinung der Fachgruppe im
Strukturierten Dialog geklärt werden, welche Indikationen hier im
Einzelnen zum Wechsel der Knie-TEP führten.
Periprothetische Frakturen, d. h. Brüche des Knochens in Nähe der
Endoprothese, sind nach Wechseleingriffen bekannte Komplikationen, die
bei der Entfernung der alten Endoprothese oder des Zements, bei der
Freilegung (Präparation) des Oberschenkelknochens oder beim Einbau
(Implantation) der neuen Endoprothese auftreten können.
Frakturen können – je nach Ausdehnung und Lokalisation – den
Heilungsverlauf verlängern, monatelang dem Patienten einen
teilbelastenden Gang abverlangen und im ungünstigsten Fall zur
Nicht-Einheilung oder Frühlockerung der Endoprothese führen, was in der
Regel den erneuten Revisionseingriff zur Folge hat.
Im Datensatz sind alle periprothetischen Frakturen zu dokumentieren,
also auch Frakturen infolge eines Sturzes des Patienten nach der
Operation.
Die Gesamtrate für Frakturen während des stationären Aufenthaltes
nach Knie-TEP-Wechsel lag mit 0,73% deutlich unter dem Referenzbereich
von ≤ 4%. Allerdings betrug die Spannweite 0,0 bis 9,4%. Die Ergebnisse
von acht von 100 Krankenhäusern überschritten den Referenzbereich. Hier
sollte im Strukturierten Dialog nach der Ursache für diese hohen
Frakturraten geforscht werden.
Bei vergleichbarer Grundgesamtheit hatte die Frakturrate 2003 noch bei 0,49% gelegen.