Zusammenfassung
In diesem Leistungsbereich werden Patienten betrachtet, die sich
gleichzeitig einer Operation an den Herzkranzgefäßen und an der
Aortenklappe unterziehen müssen. Diese Patienten stellen eine besondere
Risikogruppe in der Herzchirurgie dar, da häufig zusätzlich relevante
Begleiterkrankungen vorliegen.
Die BQS-Fachgruppe Herzchirurgie hat vier Qualitätsindikatoren in
diesem Leistungsbereich identifiziert, die Aussagen zur
Ergebnisqualität nach Kombinationseingriffen an den Koronararterien und
der Aortenklappe gestatten. Von diesen werden zwei im
BQS-Qualitätsreport 2004 diskutiert.
Die Krankenhaussterblichkeit (In-Hospital-Letalität) stellt den
wichtigsten Qualitätsindikator nach herzchirurgischen Eingriffen dar.
Die In-Hospital-Letalität in diesem Leistungsbereich lag im Jahr 2004
bei 6,76%. In der Gruppe der Patienten mit elektiver oder dringlicher
(nicht notfallmäßiger) Operationsindikation verstarben 6,20% während
des stationären Aufenthaltes. Diese Ergebnisse bewegen sich im Rahmen
der aus der Literatur bekannten Daten. Die Spannweite der
Krankenhausergebnisse in dieser Patientengruppe reichte von 0,0 bis
17,6% und lag damit erheblich niedriger als im Vorjahr (0,0 bis 30,4%).
Im Strukturierten Dialog 2003 hat eine intensive Analyse der
Ergebnisse von drei auffälligen Krankenhäusern stattgefunden, deren
In-Hospital-Letalität oberhalb der 95%-Perzentile der
Krankenhausergebnisse in der Gruppe der Patienten mit elektiver oder
dringlicher Operationsindikation lag. Diese Krankenhäuser wurden 2004
nicht erneut auffällig. Die Festlegung auf die 95%-Perzentile führt
dazu, dass auch im Jahr 2004 drei Krankenhäuser im Strukturierten
Dialog kontaktiert werden, die eine In-Hospital-Letalitätsrate von über
13,8% in der Gruppe der Patienten mit elektiver oder dringlicher
Operationsindikation dokumentiert haben. Mit diesen Krankenhäusern wird
im Strukturierten Dialog eine gemeinsame Analyse des Risikoprofils der
behandelten Patienten erfolgen.
Der Qualitätsindikator „Neurologische Komplikationen“ erfasst
Patienten, die nach einer Operation einen Schlaganfall erleiden. Die
Darstellung der Ergebnisse zu diesem Indikator erfolgt
risikoadjustiert, indem Patienten mit vorbestehenden neurologischen
Erkrankungen oder gleichzeitiger Operation der Halsschlagader sowie
Notfallpatienten, die insgesamt ein sehr hohes Risiko für einen
postoperativen Schlaganfall tragen, aus der Grundgesamtheit
ausgeschlossen werden. Die Rate an postoperativen Schlaganfällen mit
einer Dauer der klinischen Symptomatik von mehr als 72 Stunden lag in
dem auf diese Weise risikoadjustierten Patientenkollektiv bei 2,04%.
Die Spannweite der Krankenhausergebnisse reichte von 0,0 bis 9,7%. Die
Ergebnisse von drei Krankenhäusern liegen oberhalb der 95%-Perzentile
der Krankenhausergebnisse (über 8,2%). Diese Krankenhäuser werden im
Strukturierten Dialog zur Stellungnahme aufgefordert.