Zusammenfassung
Der Leistungsbereich „Isolierte Koronarchirurgie“ befasst sich mit
der externen vergleichenden Qualitätssicherung bei der operativen
Versorgung von verengten Herzkranzgefäßen. Dabei gehen ausschließlich
Operationen in die Qualitätsdarstellung ein, die unter Verwendung der
Herz-Lungen-Maschine am stillstehenden Herzen erfolgen.
Für die Darstellung im BQS-Qualitätsreport 2004 wurden drei
Qualitätsziele ausgewählt, die sowohl Aspekte der Prozess- als auch der
Ergebnisqualität betrachten.
Die Sterblichkeit (Letalität) nach herzchirurgischen Eingriffen
stellt den wichtigsten Indikator der Ergebnisqualität dar. Die Analyse
zur Krankenhaussterblichkeit erfolgt in diesem Jahr erstmals unter
Berücksichtigung des Risikoprofils der behandelten Patienten. Hierzu
hat die BQS gemeinsam mit der Fachgruppe Herzchirurgie ein
statistisches Modell entwickelt, das im Kapitel „Neue
Risikoadjustierung in der Koronarchirurgie: der KCH-Score“ des
BQS-Qualitätsreports 2004 vorgestellt wird.
Die Krankenhaussterblichkeit nach koronarchirurgischen Operationen
mit elektiver oder dringlicher Indikation lag im Jahr 2004 bei 2,41%.
Die Spannweite der Krankenhausergebnisse reichte von 0,0 bis 5,3%.
Unter Berücksichtigung des Risikoprofils der behandelten Patienten
spricht dieses Ergebnis nach Einschätzung der BQS-Fachgruppe
Herzchirurgie für eine gute Versorgungsqualität im internationalen
Vergleich. Der von der Fachgruppe festgelegte Referenzbereich der
95%-Perzentile führt dazu, dass drei Krankenhäuser auffällig werden,
deren Krankenhaussterblichkeit bei diesem Patientenkollektiv über 5%
lag. Bei der Analyse der Stellungnahmen dieser Krankenhäuser im
Strukturierten Dialog wird die Fachgruppe die anhand des neuen
Risikoadjustierungsmodells identifizierten Risikoprofile der Patienten
ergänzend hinzuziehen. Auffällig erscheinen der Fachgruppe in diesem
Zusammenhang sieben Krankenhäuser, die bei weniger als 66% der
behandelten Patienten vollständige Angaben zum Risikoprofil
dokumentiert haben. Diese werden um Stellungnahme zur Daten- und
Dokumentationsqualität gebeten.
Die linksseitige Arteria mammaria interna (innere Brustwandarterie)
wurde bei 87,86% aller koronarchirurgischen Patienten mit elektiver
oder dringlicher Operationsindikation verwendet. Die Spannweite der
Krankenhausergebnisse reichte von 24,2 bis 97,1%. Drei Krankenhäuser
haben bei weniger als 69,5% ihrer Patienten die Arteria mammaria
interna verwendet. Als auffällig hat die Fachgruppe die Krankenhäuser
innerhalb der 5%-Perzentile definiert. Sie werden im Strukturierten
Dialog zur Stellungnahme aufgefordert.
Die postoperative Mediastinitis stellt eine seltene, aber schwere
und potenziell tödliche Komplikation nach herzchirurgischen Eingriffen
dar. Für die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator wurde eine
Risikoadjustierung anhand der Klassifikation des National Nosocomial
Infections Surveillance Systems (NNIS) der US-amerikanischen Centers
for Disease Control (CDC) durchgeführt. In der Risikoklasse 0
(Patienten ohne Risikofaktoren) trat eine postoperative Mediastinitis
in 0,55% der Fälle auf. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse
reichte von 0,0 bis 3,7%. Diese Ergebnisse liegen im unteren Bereich
der in der Literatur angegebenen Mediastinitisraten. Drei von insgesamt
65 Krankenhäusern mit einer Mediastinitisrate von über 2,9% werden im
Strukturierten Dialog zu einer Stellungnahme aufgefordert.