Ausblick
Im Jahr 2004 wurde mit der Ablösung der Dokumentationsverpflichtung
vom Entgeltsystem und mit der Ausweitung der Erfassung auch auf DCIS
und gutartige Tumoren ein wichtiger Schritt vollzogen hin zu einer
Darstellung des gesamten Versorgungsgeschehens im Bereich der
stationären Brustchirurgie. Als nächsten Schritt fordert die Fachgruppe
weiterhin eine sektor- und fachübergreifende Qualitätssicherung der
gesamten Versorgungskette. Diese Forderung hat der Gemeinsame
Bundesausschuss (G-BA) im vergangenen Jahr aufgegriffen, indem er eine
Arbeitsgruppe „Dokumentation Brustkrebs“ eingerichtet hat. Diese
Arbeitsgruppe erarbeitet derzeit am Modell der Brustchirurgie einen
Weg, Qualitätsziele und Dokumentation für die externe
Qualitätssicherung nach §137 SGB V und für Disease-Management-Programme
(DMP) zu vereinheitlichen. Dadurch soll der Dokumentationsaufwand in
den Krankenhäusern reduziert und die Transparenz im
Versorgungsgeschehen verbessert werden. Diesen Arbeitsergebnissen
sollten nach Ansicht der Fachgruppe weitere Schritte hin zu einer
durchgängig sektorübergreifenden Qualitätssicherung folgen.
Insbesondere aus Patientinnensicht muss dabei der Früherkennung eine
hohe Priorität eingeräumt werden. Das derzeit im Aufbau befindliche
Mammographie-Screening kann als Einstieg in ein umfassendes
Früherkennungs-Programm dienen.
Mit der Dokumentation von 45.675 Eingriffen bei primären
Mammakarzinomen steht eine einmalige Datenbasis zur Bewertung der
Versorgungssituation zur Verfügung. Die zuständigen Fachgesellschaften
sind nun aufgefordert, die Ergebnisse zu nutzen, die Diskussion zur
Versorgungsqualität auf Fachtagungen zu vertiefen und Leitlinien
zielgerichtet weiterzuentwickeln.