Datengrundlage
Für das Verfahrensjahr 2004 wurden der BQS für den Leistungsbereich
Mammachirurgie 106.436 Datensätze aus 1.143 Krankenhäusern übermittelt.
Erstmals war mit der BQS-Spezifikation 7.0 ein homogenes
Datensatzformat für das gesamte Verfahrensjahr gültig. Ebenfalls
erstmals war 2004 der QS-Filter für die Auslösung der Dokumentation und
die Bewertung der Vollständigkeit der übermittelten Datensätze im
Einsatz. Die Funktionsweise des QS-Filters ist im Kapitel „QS-Filter“
ausführlich beschrieben.
Das Datensatzaufkommen hat sich im Vergleich zum Jahr 2003 durch die
Änderung der QS-Filter-Auslösesystematik erheblich erhöht. Alle
gelieferten Datensätze konnten ausgewertet werden. Sie beinhalten
111.958 Eingriffe.
1.196 Krankenhäuser haben in ihrer methodischen
QS-Filter-Sollstatistik 116.099 zu dokumentierende Datensätze für den
Leistungsbereich Mammachirurgie angegeben. Damit liegt die
Vollständigkeit der Datensätze, die die bundesweite Dokumentationsrate
(Verhältnis von gelieferten zu erwarteten Datensätzen) widerspiegelt,
bei 91,68%.
Die Vollständigkeit der Krankenhäuser (Verhältnis von teilnehmenden zu erwarteten Krankenhäusern) liegt bei 95,57%.
Die Beteiligung der einzelnen Bundesländer variiert und weist
bezogen auf das Verhältnis von ausgewerteten zu erwarteten Datensätzen
eine Spannweite von 87,02 bis 101,77% auf. Es ist davon auszugehen,
dass nahezu alle Krankenhäuser, die QS-Datensätze gesendet haben, auch
die Sollstatistik übermittelt haben. Mögliche Ursachen für das Fehlen
von Datensätzen sowie Ursachen für Dokumentationsraten über 100% sind
im Kapitel „Datenbasis“ beschrieben.
Eine krankenhausindividuelle Dokumentationsrate könnte Anhaltspunkte
liefern, welche Krankenhäuser keine, zu wenig oder zu viele Datensätze
geliefert haben. Diese kann auf Bundesebene aber nicht erstellt werden,
da der BQS bei den gelieferten Datensätzen nur die Pseudonyme der
Krankenhäuser bekannt sind und daher ein Abgleich mit den IK-Nummern
der Sollstatistik nicht möglich ist.
Im Vergleich zur Übersicht der Krankenhäuser mit gynäkologischen
Fachabteilungen der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e. V.
(AGO 2005), welche aktuell von 1.163 Krankenhäusern ausgeht und
auf
freiwilligen Auskünften beruht, ist die Zahl der erwarteten
Krankenhäuser der BQS etwas höher. Gründe für diese Abweichung können
darin liegen, dass zusätzlich Verbringungsleistungen oder ambulante
Eingriffe in der methodischen Sollstatistik als zu dokumentierende
Datensätze gezählt wurden, obwohl die Dokumentationspflicht bei der
anfordernden Einrichtung lag. Weiterhin werden Brustoperationen nicht
nur in gynäkologischen, sondern auch in chirurgischen Fachabteilungen
erbracht. Letztere sind in der AGO-Statistik nicht erfasst, wohl aber
in der QS-Filter-Sollstatistik der BQS.
Eine weitere externe Datenquelle, die zur Bewertung der
Vollständigkeit der Datensätze herangezogen werden konnte, ist die
Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland:
Sie schätzt eine jährliche Inzidenz von 47.500 Fällen. Durch die
Ablösung der Dokumentationsverpflichtung vom Entgeltsystem konnte die
Erfassung von primären invasiven Mammakarzinomen bei der BQS gesteigert
werden auf 45.675 Fälle. Im Vergleich der Daten kann also eine
praktisch vollständige Dokumentation der operativen Versorgung von
Brustkrebs in Deutschland festgestellt werden.