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Zusammenfassung

Brustkrebs ist mit jährlich ca. 47.500 Neuerkrankten in Deutschland die häufigste Krebserkrankung der Frau. Die individuelle Prognose der Betroffenen kann durch eine leitliniengerechte Früherkennung, Diagnose und Behandlung optimiert werden. Qualitätsindikatoren helfen, Leitlinien in die Versorgungspraxis umzusetzen. Im Leistungsbereich Mammachirurgie wurden im Jahr 2004 106.436 Dokumentationen ausgewertet, davon 45.675 mit der Diagnose Brustkrebs. Die BQS-Fachgruppe Mammachirurgie kommentierte ausführlich drei der 18 ausgewerteten Indikatoren sowie die Verteilung der Tumorstadien bei Diagnostik.

Entdeckte Malignome bei offenen Biopsien:

Dieser Indikator soll unnötige offene Biopsien bei gutartigen Befunden aufdecken. Endgültige Gewissheit, ob auffällige Befunde an der Brustdrüse gut- oder bösartig sind, kann nur die feingewebliche Untersuchung geben. Dazu sollten wenig belastende, minimal-invasive Methoden (Stanz-, Vakuumbiopsie) bevorzugt werden. Falls diese nicht anwendbar sind, muss die aufwändigere offene Biopsie durchgeführt werden. Bei leitliniengerechtem Vorgehen müsste die Zahl der offenen Biopsien zurückgehen, zu erwarten wäre ein höherer Anteil an tatsächlich entdeckten bösartigen Tumoren. Wie hoch dieser Anteil sein sollte, ist noch nicht endgültig geklärt. In deutschen Krankenhäusern lag er 2004 durchschnittlich bei 44,48%. Die großen Unterschiede zwischen einzelnen Krankenhäusern (0,0 bis 100%) zeigen, dass die vorhandenen Leitlinien noch nicht flächendeckend angewandt werden.

Postoperatives Präparatröntgen:

Ein verdächtiger Bezirk in der Brustdrüse, der in der Mammographie aufgefallen, aber nicht zu tasten ist, muss markiert werden, damit der Operateur diesen Bereich eindeutig identifizieren und in der Operation entfernen kann. Bereits während der Operation wird das entnommene Präparat geröntgt zur Entscheidung, ob der verdächtige Bezirk vollständig entfernt wurde. In 57,43% aller Fälle mit präoperativer Drahtmarkierung wurde postoperativ ein Präparatröntgen dokumentiert. Nur 53 von 366 Krankenhäusern erreichten den leitlinienbasierten Referenzwert von 95%. Ein Vergleich mit den Ergebnissen aus 2003 (36,02%) zeigt eine schrittweise Einführung dieser qualitätsrelevanten Maßnahme. Dennoch müssen die Ursachen in den auffälligen Krankenhäusern im Dialog aufgearbeitet werden.

Angabe Sicherheitsabstand:

Ein ausreichend großer Abstand von einem bösartigen Tumor zum Schnittrand bei brusterhaltender Operation ist von prognostischer Bedeutung für die Wahrscheinlichkeit eines späteren Rückfalles. Bei Brustentfernung ergeben sich aus dieser Information Hinweise für die Notwendigkeit einer Strahlentherapie. Ein Sicherheitsabstand wurde in 71,15% aller bösartigen Tumoren dokumentiert. Der angestrebte Wert von 95% wurde nur durch 77 von 691 Krankenhäusern erreicht. Berichte aus 2003 zeigten, dass in ca. 39% der fehlenden Angaben tatsächlich eine leitliniengerechte Bestimmung des Sicherheitsabstandes unterblieb. Weitere Schritte zur flächendeckenden Zielerreichung empfiehlt die Fachgruppe unbedingt.

Zum Zwecke einer hohen Transparenz des gesamten Leistungsgeschehens und eines vertretbaren Dokumentationsaufwandes fordert die Fachgruppe weiterhin eine sektor- und fachübergreifende Qualitätssicherung der gesamten Versorgungskette einschließlich der Brustkrebs-Früherkennung.