Datengrundlage
Für die Dokumentation der Herzkatheterinterventionen im
Leistungsbereich Koronarangiographie und perkutane transluminale
Koronarangioplastie (PTCA) stand in 2004 mit der BQS-Spezifikation 7.0
ganzjährig eine homogene Struktur zur Verfügung, die wie bereits in den
Vorjahren auf Teildatensätzen basierte.
Je Aufenthalt war einmal ein Basisdatensatz zu dokumentieren.
Angaben zur Prozedur erfolgten danach in einem Teildatensatz
„Prozedur“, dem ein weiterer Teildatensatz zugeordnet wurde, welcher
die Angaben zur Koronarangiographie und/oder zur PTCA enthielt. Aus der
Zuordnung des Prozedur-Teildatensatzes war ersichtlich, ob es sich um
ein ein- oder zweizeitiges Vorgehen handelte. Insgesamt erhielt die BQS
590.294 Basisdatensätze aus 531 Krankenhäusern.
In diesen Datensätzen wurden 216.329 Teildatensätze PTCA aus 439
Krankenhäusern sowie 578.132 Teildatensätze Koronarangiographie aus 529
Krankenhäusern übermittelt.
Erstmals war 2004 der QS-Filter für die Auslösung der Dokumentation
und die Bewertung der Vollständigkeit der übermittelten Datensätze im
Einsatz. Die Funktionsweise des QS-Filters ist im Kapitel „QS-Filter“
ausführlich beschrieben.
Das Datensatzaufkommen hat sich im Vergleich zum Jahr 2003
beträchtlich erhöht. Gründe für diese Erhöhung können sowohl in einer
Leistungsausweitung als auch in einer Verbesserung der
Datenübermittlung von der Landes- an die Bundesebene liegen. Alle
gelieferten Datensätze konnten ausgewertet werden.
Die Vollständigkeit der Datensätze ist durch die Auslösesystematik
des QS-Filters nur in Bezug auf die Basisdatensätze berechenbar.
746 Krankenhäuser haben in ihrer methodischen
QS-Filter-Sollstatistik 590.501 zu dokumentierende Datensätze für den
Leistungsbereich Koronarangiographie und perkutane transluminale
Koronarangioplastie (PTCA) angegeben. Damit liegt die Vollständigkeit
der Datensätze, die die bundesweite Dokumentationsrate (Verhältnis von
gelieferten zu erwarteten Datensätzen) widerspiegelt, bei 99,96%. Die
Beteiligung der einzelnen Bundesländer variiert und weist bezogen auf
das Verhältnis von ausgewerteten zu erwarteten Datensätzen eine
Spannweite von 92,87 bis 103,52% auf.
Die Vollständigkeit der Krankenhäuser (Verhältnis von teilnehmenden zu erwarteten Krankenhäusern) liegt bei 71,18%.
Als externe Basis zur Bewertung der Vollständigkeit der
Datengrundlage und zur darüber hinausgehenden Einschätzung der
Vollständigkeit der Teildatensätze wurde der 20. Bericht über die
Leistungszahlen der Herzkatheterlabore in der Bundesrepublik
Deutschland (Van Buuren, Mannebach, Horstkotte 2003) hinzugezogen.
Dieser Bericht über die Leistungszahlen der Herzkatheterlabore geht
von deutlich weniger Einrichtungen aus, die über
Herzkatheter-Messplätze verfügen. Für die PTCA wurden für 2003 nach
Umfragen in den Herzkatheterlabors 221.867 PTCA (davon 194.170
stationär) aus 295 Krankenhäusern gezählt. Für die Koronarangiographie
wurde für 2003 ein Datensatzvolumen von 652.781 Eingriffen (davon
547.678 stationär) angegeben. Hier haben sich 315 Krankenhäuser an der
Umfrage beteiligt.
Im Vergleich zu den Ergebnissen der QS-Filter-Sollstatistik lässt
die Vollständigkeit der Datensätze eine Überdokumentation vermuten, die
Vollständigkeit der Krankenhäuser dagegen eine Unterdokumentation.
Dieser Effekt lässt sich aus einer Besonderheit bei
Verbringungsleistungen erklären: Ein zu dokumentierender Fall kann in
einer Einrichtung, die eine Leistung extern anfordert, eine
Sollstellung ohne QS-Dokumentation haben, in der erbringenden
Einrichtung jedoch eine QS-Dokumentation ohne dazugehörige Sollstellung
des QS-Filters.
Diese Konstellation führt zu einer erhöhten Anzahl erwarteter
Krankenhäuser und damit zu einer Verringerung der Vollständigkeit der
Krankenhäuser. Sie führt aber auch zu einer erhöhten Anzahl von
gelieferten Datensätzen und damit zu einer Erhöhung der
Dokumentationsrate. Dies trifft vor allem dann zu, wenn das erbringende
Krankenhaus diese Fälle ambulant behandelt und dennoch eine
QS-Dokumentation übermittelt oder wenn beide Einrichtungen ein und
denselben Fall dokumentieren. Dieses Vorgehen steht im Widerspruch zu
den administrativen Regelungen des QS-Filters.
Weitere mögliche Ursachen für das Fehlen von Datensätzen sowie
Ursachen für Dokumentationsraten über 100% sind im Kapitel „Datenbasis“
beschrieben.
Vor diesem Hintergrund ist die Teilnahme an der externen
vergleichenden Qualitätssicherung differenziert zu bewerten. Die Anzahl
übermittelter Datensätze hat gegenüber dem Vorjahr zugenommen.
Verbesserungsfähig ist die Einhaltung der QS-Filter-Auslösekriterien,
die gewährleisten soll, dass genau die Datensätze dokumentiert werden,
die auf stationär aufgenommenen Fälle basieren und deren Dokumentation
durch den Anfordernden der Leistung durchgeführt wird.