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Qualitätsziel

Möglichst selten Koronarangiographien mit „Ausschluss KHK“ als führende Diagnose nach Herzkatheter, wenn die führende Indikation zur Koronarangiographie „V.a. KHK bzw. Ausschluss KHK“ war.

Qualitätsindikator

Indikatortyp: Indikationsstellung

Mit Analyse der ex post gestellten Diagnose(n) nach der durchgeführten Koronarangiographie sind indirekt Rückschlüsse über die Indikationsstellung vor dem Eingriff möglich. Die seltene führende Diagnose „Ausschluss KHK“ nach Herzkatheter kann somit als Qualitätsindikator verwendet werden.

In Zusammenschau der vier QuIK-Register-Jahresberichte seit 1999 ist eine deutliche Abnahme des Befundes „keine organische Herzerkrankung“ (1999: 17,2%; 2002: 12,3%), aber auch eine deutliche Zunahme des Befundes „hämodynamisch unbedeutende KHK“ (1999: 7,6%; 2002: 13,7%) zu verzeichnen (Levenson et al. 2003). Folgende Diagnosen wurden für 2002 berichtet: KHK 68,8%, Vitium 6,2%, kongenitales Vitium 0,4%, Myokarderkrankung 5,1%, Perikarderkrankung 0,1%, andere Herz- und Kreislauferkrankungen 5,1% (Levenson et al. 2003).

Methodik

Methode der Risikoadjustierung

Keine Risikoadjustierung erforderlich

Qualitätskennzahl

Indikation zur Koronarangiographie („Ausschluss KHK“ als führende Diagnose nach Herzkatheter)

Zusätzliche Informationen zu dieser Qualitätskennzahl finden Sie auf der Website www.bqs-qualitaetsindikatoren.de unter der Kennzahl-ID 43760.

Rechenregel

Zähler: Koronarangiographien mit führender Diagnose nach Herzkatheter „Ausschluss KHK“

Grundgesamtheit: Alle Koronarangiographien mit Indikation „Verdacht auf KHK bzw. Ausschluss KHK“

Referenzbereich

Referenzbereich: ≤ 48,2% (95%-Perzentile)

Erläuterung zum Referenzbereich: Nur in seltenen Fällen sollten Koronarangiographien zum Ausschluss einer KHK bzw. beim Verdacht auf KHK durchgeführt werden. Eine evidenzbasierte Rate für Koronarangiographien mit tatsächlicher Diagnose „Ausschluss KHK“ nach dem Eingriff, also für Eingriffe, die ggf. überflüssig waren, lässt sich in der Literatur nicht belegen. Die Fachgruppe hat sich daher für die ≤ 95%-Perzentile der Krankenhausverteilung als Referenzbereich entschieden.

Vergleichbarkeit mit Vorjahresergebnissen

Während bis 2003 die dokumentationspflichtigen Leistungen durch Sonderentgelte festgelegt waren, erfolgt seit 2004 die Auslösung durch den QS-Filter. Im Leistungsbereich Koronarangiographie und perkutane transluminale Koronarangioplastie (PTCA) ist Einschlusskriterium die Menge der OPS-Kodes zu Koronarangiographien, PTCA und Stenteingriffen. Somit sind die einbezogenen Leistungen der BQS-Bundesauswertung 2004 nicht deckungsgleich mit dem Vorjahr, es bestehen allerdings nur geringfügige Abweichungen.

Bewertung

Bei 22,22% der Koronarangiographien, die mit der Indikation „Verdacht auf KHK“ bzw. „Ausschluss KHK“ durchgeführt wurden, konnte angiographisch eine KHK ausgeschlossen werden. Das heißt: in diesen Fällen kann aus der Ex-post-Betrachtung heraus u.U. eine zu großzügige Indikationsstellung vermutet werden.

Die Spannweite der Krankenhausergebnisse war mit 0 bis 91,3% Ausschlussdiagnosen extrem groß. In den einzelnen Krankenhäusern stellte sich bei der überwiegenden Zahl der Koronarangiographien heraus, dass keine KHK bestand. Mit den 21 Krankenhäusern, die außerhalb des Referenzbereichs von ≤ 48,2% (95%-Perzentile) liegen, soll der Strukturierte Dialog aufgenommen werden. Die Gesamtraten sind mit dem Vorjahr 2003 vergleichbar.