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Qualitätsziel

Möglichst oft Erreichen des wesentlichen Interventionsziels bei PTCA an komplettem Gefäßverschluss

Qualitätsindikator

Indikatortyp: Ergebnisindikator

„Eine Katheterintervention wird als erfolgreich angesehen, wenn sie ohne klinische Komplikationen ... zu einem guten angiographischen Ergebnis geführt hat ... Eine PTCA wird als klinisch erfolgreich eingestuft, wenn sie ... auch zu einer wesentlichen Besserung oder zu einem Verschwinden von Beschwerden und Befunden einer Myokardischämie geführt hat“ (Rutsch et al. 2002).

Das revidierte Läsionsklassifikationssytem der ACC/ AHA unterscheidet je nach anatomischer Beschaffenheit einer Koronarstenose drei anatomische Risikogruppen (low, moderate, medium risk; entspricht Typ A, B, C). Kriterien sind die Länge der Stenose, die Form, die Kontur, die Erreichbarkeit, der Grad der Verkalkung, die Entfernung vom Ostium und die Einbeziehung von Seitenästen.

Der komplette Gefäßverschluss zählt zur mittleren Risikogruppe, wenn er bis zu drei Monate alt ist, und zur Hochrisikogruppe, wenn er mehr als drei Monate alt ist oder sich bereits Kollateralen gebildet haben. Bei höherem Risiko sind auch die Erfolgsaussichten einer Rekanalisation geringer als bei unkomplizierten Stenosen.

Die Notfallbehandlung des akuten kompletten Gefäßverschlusses als Komplikation einer zuvor durchgeführten PTCA (meist durch Gefäßdissektion) ist durch die Stenttechnik erheblich erleichtert worden. Durch die sofortige Stentimplantation lässt sich eine Notfalloperation meist umgehen.

Die Rekanalisation akuter kompletter Gefäßverschlüsse, welche ungleich schwieriger als die Rekanalisation chronischer Gefäßverschlüsse ist, macht etwa 10 bis 20% aller PTCA-Interventionen aus (Machraoui et al. 2001, Rutsch et al. 2002, Anderson et al. 2002). Dank neu entwickelter Rekanalisationsdrähte und anderer Verfahren konnten die Wiedereröffnungsraten stark verbessert werden (z.B. Mathew et al. 2002 70%, Schobel et al. 2003 66%, Piscione et al. 2002 81%).

Rubartelli et al. 2003 berichten von 34,5% schwerwiegende Komplikationen sechs Jahre nach Rekanalisation bei PTCA vs. 14,09% bei zusätzlicher Stentimplantation.

Olivari et al. (2003) konnten zeigen, dass Patienten von der Wiedereröffnung eines chronischen Gefäßverschlusses profitierten. Sie führten eine Verlaufsbeobachtung von 376 Patienten mit chronischem (> 30 Tage) Verschluss durch. Die „prozedurale Erfolgsrate“ lag bei 73,3%. Nach zwölf Monaten unterschied sich der klinische Verlauf bei erfolgreichen bzw. bei nicht erfolgreichen Rekanalisationen signifikant (Tod 1,05 vs. 7,23%, Bypass-OP 2,45% vs. 15,7%, Beschwerdefreiheit 88,7% vs. 75%).

Suero et al. (2001, n = 2007) berichten von einer 10-Jahres-Überlebensrate von 73,2% nach erfolgreichen Rekanalisationen (vs. 65% bei nicht erfolgreichen Rekanalisationen). Sie entsprach damit der Überlebensrate einer vergleichbaren Kontrollgruppe ohne chronischen Gefäßverschluss.

2004 wurde erstmals der Erfolg bei katheterinterventionellen Wiedereröffnungsversuchen von Koronargefäßverschlüssen in akute und chronische komplette Gefäßverschlüsse unterteilt.

Methodik

Methode der Risikoadjustierung

Stratifizierung

Qualitätskennzahl

PTCA an komplettem Gefäßverschluss bei Indikation akuter Verschluss  

Zusätzliche Informationen zu dieser Qualitätskennzahl finden Sie auf der Website www.bqs-qualitaetsindikatoren.de unter der Kennzahl-ID 66688.

Rechenregel

Zähler: PTCA, für die das wesentliche Interventionsziel erreicht wurde

Grundgesamtheit: Alle PTCA an komplettem Gefäßverschluss bei Indikation akuter Verschluss

Referenzbereich

Referenzbereich: ≥ 75,2% (5%-Perzentile)

Erläuterung zum Referenzbereich: Für die zu fordernde Rate von geglückten Rekanalisationen bei kompletten akuten Gefäßverschlüssen liegt keine Evidenzbasis aus der Literatur vor. Die Fachgruppe hat daher die ≥ 5%-Perzentile als Referenzbereich festgelegt. Das heißt: Die 5% der Krankenhausergebnisse mit dem niedrigsten Anteil von Rekanalisationen bei kompletten Gefäßverschlüssen gelten als auffällig.

Vergleichbarkeit mit Vorjahresergebnissen

Während bis 2003 die dokumentationspflichtigen Leistungen durch Sonderentgelte festgelegt waren, erfolgt seit 2004 die Auslösung durch den QS-Filter. Im Leistungsbereich Koronarangiographie und perkutane transluminale Koronarangioplastie (PTCA) ist Einschlusskriterium die Menge der OPS-Kodes zu Koronarangiographien, PTCA und Stenteingriffen. Somit sind die einbezogenen Leistungen der BQS-Bundesauswertung 2004 nicht deckungsgleich mit dem Vorjahr, es bestehen allerdings nur geringfügige Abweichungen.

Qualitätskennzahl

PTCA an komplettem Gefäßverschluss bei Indikation chronischer Verschluss

Zusätzliche Informationen zu dieser Qualitätskennzahl finden Sie auf der Website www.bqs-qualitaetsindikatoren.de unter der Kennzahl-ID 66690.

Rechenregel

Zähler: PTCA, für die das wesentliche Interventionsziel erreicht wurde

Grundgesamtheit: Alle PTCA an komplettem Gefäßverschluss bei Indikation chronischer Verschluss

Referenzbereich

Referenzbereich: ≥ 31,6% (5%-Perzentile)   

Erläuterung zum Referenzbereich: Für die zu fordernde Rate von geglückten Rekanalisationen bei kompletten chronischen Gefäßverschlüssen liegt keine Evidenzbasis aus der Literatur vor. Die Fachgruppe hat daher die ≥ 5%-Perzentile als Referenzbereich festgelegt. Das heißt: Die 5% der Krankenhausergebnisse mit dem niedrigsten Anteil von Rekanalisationen bei kompletten Gefäßverschlüssen gelten als auffällig.

Vergleichbarkeit mit Vorjahresergebnissen

Während bis 2003 die dokumentationspflichtigen Leistungen durch Sonderentgelte festgelegt waren, erfolgt seit 2004 die Auslösung durch den QS-Filter. Im Leistungsbereich Koronarangiographie und perkutane transluminale Koronarangioplastie (PTCA) ist Einschlusskriterium die Menge der OPS-Kodes zu Koronarangiographien, PTCA und Stenteingriffen. Somit sind die einbezogenen Leistungen der BQS-Bundesauswertung 2004 nicht deckungsgleich mit dem Vorjahr. Es bestehen allerdings nur geringfügige Abweichungen.

Bewertung

Wie zu erwarten war, lag die Erfolgsrate bei den technisch ungleich schwierigeren chronischen Verschlüssen mit 65,20% deutlich niedriger als bei frischen (akuten) kompletten Gefäßverschlüssen mit 86,76%. Allerdings war insbesondere bei chronischen Gefäßverschlüssen mit 5,1 bis 100% die Spannweite extrem. Anzumerken ist allerdings, dass die Abfrage des wichtigen Datenfelds „wesentliches Interventionsziel erreicht“ sich nicht eindeutig nur auf den kompletten Gefäßverschluss bezieht, da es bei Vorliegen mehrerer Stenosen oder Verschlüsse letztendlich der Einschätzung des intervenierenden Arztes bedarf, welches der Koronargefäßprobleme das „wesentliche“ Interventionsziel darstellt.

Bei Betrachtung der Rekanalisation chronischer Verschlüsse mit Intervention an einem Versorgungsgebiet (Sonderauswertung) ergibt sich eine Gesamtrate von 62,85% mit einer Spannweite von 2,9 bis 100%.

Gegenüber dem Vorjahr ließ sich sowohl bei akuten Verschlüssen (2003: 84,91%, 2004: 86,76%), als auch bei chronischen Verschlüssen (2003: 62,33%, 2004: 65,20%) eine Verbesserung der dokumentierten Erfolgsrate verzeichnen. Bei vergleichbarer Grundgesamtheit der beiden Jahrgänge kann deshalb auf eine weitere Verbesserung der Kathetertechnik geschlossen werden.