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Einleitung

In der BQS-Bundesauswertung 2004 wurden für die Analyse der qualitätsrelevanten Daten verschiedene statistische Methoden eingesetzt. In diesem Kapitel soll ein Überblick über die verwendeten Verfahren gegeben werden. Dem Kapitel vorangestellt ist ein Glossar. Hier werden häufig gebrauchte statistische Begriffe beschrieben. Darauf folgt die Standarddarstellung der BQS für die Ergebnisse mit Erläuterungen.

Glossar

Anteil

Siehe Rate

Beziehungszahl

Siehe Verhältnis

Grundgesamtheit

Die Grundgesamtheit eines Qualitätsindikators ist die Gesamtzahl der Fälle mit den beschriebenen Eigenschaften. Was unter einem „Fall“ zu verstehen ist, ist jeweils abhängig von der Definition der Grundgesamtheit des Qualitätsindikators. So kann damit etwa ein „Patient“, eine „Operation“ oder eine „Intervention“ gemeint sein.

Konfidenzintervall

Siehe Vertrauensbereich

Median der Krankenhausergebnisse

Der Median ist derjenige Wert, für den 50% der Krankenhausergebnisse kleiner und 50% der Krankenhausergebnisse größer sind (50%-Perzentile). Der Median ist ein Maß, das den Mittelpunkt der Verteilung beschreibt.

Perzentile der Krankenhausergebnisse

Für das x%-Perzentil der Krankenhausergebnisse gilt, dass x% der Krankenhausergebnisse kleiner oder gleich dem x. Perzentil sind. Haben beispielsweise 25% der untersuchten Krankenhäuser eine Wundinfektionsrate von 1,5% oder kleiner, so ist in diesem Beispiel 1,5% das 25%-Perzentil.

Qualitätsindikator

Die Umsetzung von Qualitätszielen in quantifizierbare Größen – die Qualitätsindikatoren – erfolgt häufig über prozentuale Anteile.

Beispielsweise lässt sich der Qualitätsindikator „Wundheilungsstörungen“ über den prozentualen Anteil von Wundinfektionen an den dokumentierten Fällen operationalisieren. Durch Einschränkung der Bezugspopulation („Grundgesamtheit“) auf bestimmte Subgruppen (beispielsweise nach Alter, Geschlecht, ASA etc.) wird der Qualitätsindikator in Zusammenhang mit einer weiteren Größe gesetzt.

Qualitätskennzahl

Kennzahlen eines Qualitätsindikators (auch: Qualitätskennzahlen) geben die zahlenmäßige Ausprägung des Qualitätsindikators für den Bundes- oder Landesdatenpool (Gesamtrate) und das einzelne Krankenhaus wieder.

Jedem Qualitätsindikator sind eine oder mehrere Qualitätskennzahlen zugeordnet. Qualitätskennzahlen werden zusammen mit ihrem Vertrauensbereich und – sofern definiert – ihrem Referenzbereich angegeben. Die Verteilung der Kennzahl wird in der BQS-Bundesauswertung jeweils durch Benchmarkgrafiken und als Histogramm dargestellt (Verteilung der Krankenhausergebnisse).

Rate

Eine Rate beschreibt den prozentualen Anteil einer Merkmalsausprägung (Zähler) unter allen betrachteten Merkmalsträgern (Grundgesamtheit). Neben dem prozentualen Anteil wird in der Regel auch der so genannte Vertrauensbereich (Konfidenzintervall) dieses Anteils angegeben.

Referenzbereich

Der Referenzbereich gibt den Bereich eines Qualitätsindikators für gute Qualität an (so genannter Unauffälligkeitsbereich). Es gibt zwei Arten von Referenzbereichen:

  • Referenzbereiche, die durch einen festen Wert definiert sind (fixer Referenzbereich),
  • Referenzbereiche, die durch die Verteilung der Krankenhausergebnisse festgelegt sind (Perzentil-Referenzbereich).

Spannweite der Krankenhausergebnisse

Die Spannweite gibt den minimalen und maximalen Wert der Krankenhausergebnisse an. Die Spannweite ist ein Maß für die Streuung der Verteilung.

Verhältnis

Der Quotient zweier sachlich in Verbindung stehender Merkmale heißt Beziehungszahl. Dabei ist nicht wie bei einer Rate (s. o.) der Zähler eine Untermenge des Nenners. Ein Beispiel für eine Beziehungszahl ist die Vollständigkeit: das Verhältnis der Datensätze im BQS-Bundesdatenpool 2004 zu den mit der QS-Filter-Sollstatistik ermittelten, für das Verfahrensjahr 2004 zu dokumentierenden Leistungen. Im Weiteren wird die Bezeichnung „Verhältnis“ verwendet.

Vertrauensbereich

Der Vertrauensbereich gibt den Wertebereich an, in dem der prozentuale Anteil mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% unter Berücksichtigung aller zufälligen Ereignisse liegt.

Vorjahresergebnisse

Zum Vergleich der Ergebnisse werden für die Qualitätskennzahlen auch die Vorjahresdaten angegeben. Die Vorjahresergebnisse werden mit den Rechenregeln 2004 berechnet und können sich deshalb von denen in der BQS-Bundesauswertung 2003 unterscheiden. Die Vergleichbarkeit kann dabei eingeschränkt sein; relevante Änderungen durch die Einführung des QS-Filters oder durch die Weiterentwicklung der Rechenregeln werden jeweils im Abschnitt „Vergleichbarkeit mit Vorjahresergebnissen“ dargestellt.

Deutlich höhere Fallzahlen im Verfahrensjahr 2004 gegenüber 2003 beruhen in der Regel nicht auf einer Ausweitung der Leistungsmengen. Die höheren Fallzahlen im Jahr 2004 sind meistens darauf zurück zu führen, dass für das Verfahrensjahr 2003 die Datenübermittlung nach den Spezifikationsversionen 6.0 und übergangsweise noch nach 5.0.1 möglich war. Für den Vergleich mit dem Verfahrensjahr 2004 konnten aber oft nur die Datensätze der Version 6.0 herangezogen werden.

Ergebnisse

Zu den Auswertungen der einzelnen Qualitätsindikatoren werden die wichtigsten beschreibenden Statistiken in einer wiederkehrenden Abbildungsform dargestellt.

Die Ergebnisse in der BQS-Bundesauswertung 2004 werden zunächst als Gesamtrate für alle Patienten mit dem 95%-Vertrauensbereich und der Gesamtzahl der Fälle dargestellt (Kopf der Ergebnistabelle).

Die Verteilung der Krankenhausergebnisse wird in zwei Säulendiagrammen (Benchmarkgrafiken) dargestellt. Dabei repräsentiert jede Säule das Ergebnis eines Krankenhauses. Die Ergebnisse der Krankenhäuser sind von links nach rechts nach Ergebnissen sortiert aufgetragen. Krankenhäuser mit besseren Ergebnissen werden auf der rechten Seite der Benchmarkgrafik dargestellt.

Die größere Benchmarkgrafik enthält die Ergebnisse jener Krankenhäuser, die mindestens 20 Fälle in der Grundgesamtheit der Qualitätskennzahl haben. Um aber alle Krankenhäuser bei der Qualitätsdarstellung zu berücksichtigen, werden auch die Ergebnisse der Krankenhäuser mit 1 bis 19 Fällen in einer kleineren Benchmarkgrafik dargestellt.

Diese Trennung der Ergebnisse der Krankenhäuser mit 1 bis 19 und ≥ 20 Fällen in zwei separate Benchmarkgrafiken trägt dem Umstand Rechnung, dass einerseits alle Krankenhäuser in der Qualitätsdarstellung berücksichtigt werden sollen, andererseits aber die Ergebnisse einer Qualitätskennzahl für Krankenhäuser mit kleiner Fallzahl einer größeren statistischen Ungenauigkeit unterliegen.

Die statistische Ungenauigkeit bei Krankenhäusern mit kleiner Fallzahl ergibt sich aus folgender Konstellation: Bei 20 Fällen entspricht ein Ereignis im Zähler der Qualitätskennzahl – z. B. eine Wundinfektion – 5%. Würden auch Krankenhäuser mit weniger Fällen aufgenommen, so würde der Indikator bereits bei einem einzelnen Ereignis – z. B. einem Fall mit Wundinfektion – stark ausschlagen. Im Beispiel entspräche eine Wundinfektion bei 10 Fällen einer Rate von 10%, bei fünf Fällen sogar einer Rate von 20%. Die Verteilung der Krankenhausergebnisse zeigt für Krankenhäuser mit kleiner Fallzahl häufiger starke statistische Ausreißer.

Unterhalb der ersten Benchmarkgrafik werden jeweils der Median und die Spannweite der Krankenhausergebnisse dargestellt.

Die Perzentil-Referenzbereiche werden auf der Basis der Ergebnisse der Krankenhäuser mit ≥ 20 Fällen bestimmt.

Krankenhäuser mit mindestens 20 Fällen, deren Ergebnisse außerhalb des Referenzbereichs liegen, werden als auffällig bezeichnet. In vielen Fällen empfehlen die Fachgruppen, im Strukturierten Dialog auch jene Krankenhäuser um Stellungnahme zu bitten, die mit weniger als 20 Fällen den Referenzbereich nicht erreichen.

Die Anzahl der Krankenhäuser, die ≥ 20, 1 bis 19 und 0 Fälle in der jeweiligen Grundgesamtheit haben, werden in der Ergebnistabelle jeweils explizit aufgeführt.