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Literaturrecherche

Oft reicht eine Leitlinienrecherche alleine nicht aus und eine systematische Suche nach medizinisch-pflegerischer Literatur ist in spezialisierten Datenbanken notwendig. Zunächst wird mit der Suche in der Datenbank „Pubmed“ begonnen, einer Einrichtung der Nationalen Bibliothek für Medizin in den USA, die kostenlos über das Internet zur Verfügung gestellt wird. Hier lässt sich die Suche einschränken auf Primärliteratur (z.B. nach bestimmten Studientypen wie randomisierten kontrollierten Studien [RCT]) und auf Sekundärliteratur, d.h. bereits bewertete Literatur, wie sie in Metaanalysen und Reviews zu finden ist. Für die Suche nach systematischen Übersichtsarbeiten („systematic reviews“) eignet sich die Datenbank der Cochrane Collaboration, die die Rechercheergebnisse in Volltexten zur Verfügung stellt. Hier sind ebenfalls bereits Bewertungen vorgenommen worden. In so genannten HTA-Berichten („health technology assessment“), Übersichtsarbeiten, die eine Bewertung von medizinischer Technologie und medizinischen Verfahren vornehmen, lassen sich ebenfalls bereits bewertete Informationen erfassen. Diese sind in der internationalen Datenbank des „Centre for Reviews and Dissemination“ zu finden. Deutsche HTA-Berichte sind in der HTA-Datenbank des DIMDI (Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information) zu recherchieren.

Nebenstehende Übersicht zeigt die Datenbanken, die bei der BQS zur Literaturrecherche herangezogen werden (in alphabetischer Reihenfolge):

Über das Internet werden zusätzlich die wichtigsten deutsch- und englischsprachigen Fachzeitschriften nach entsprechenden Stichwörtern durchsucht. Trotz aller Bemühung um Vollständigkeit einer Literatur- und Informationsrecherche gibt es Gründe für eine unvollständige Recherche. Diese können im so genannten „Bias“ liegen. Damit ist eine systematische Verzerrung von Ergebnissen gemeint, die durch die Art der Darstellung („publication bias“), durch sprachliche Hürden („foreign-language bias“) oder durch fehlerhafte Indizierung in Datenbanken („retrieval bias“) vorkommen kann (Kunz & Fritsche 1999).