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Welchen Nutzen haben die Qualitätsdarstellung und die Qualitätsbewertung?

  1. Kontinuierliche Qualitätsverbesserung der medizinischen Versorgungsqualität:
    Im Mittelpunkt steht, dass der Prozess der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung dem einzelnen Krankenhaus und dem einzelnen Patienten zugute kommt. Die Ergebnisse medizinischer und pflegerischer Kennzahlen ermöglichen dem einzelnen Krankenhaus eine wertvolle Standortbestimmung, die zu belegbaren Verbesserungen der Versorgung führen kann (Portelli et al. 1997, Collopy 1994). Benchmarkkreise, in denen die Ergebnisse entweder offen oder anonymisiert diskutiert werden, sind ein wirkungsvolles Instrument der Qualitätsverbesserung, das auch ergänzend zu den vielerorts praktizierten Fallkonferenzen eingesetzt werden kann. In vielen Krankenhäusern wird zunehmend erkannt, dass die Diskussion über die Gestaltung medizi nischer Prozesse auf der Basis von Ergebnissen medizinischer Kennzahlen sehr konkret und zielgerichtet erfolgen kann. Dabei ist nicht nur die Aufdeckung von „Schwächen“ ein Antrieb zur Qualitätsverbesserung. Die Orientierung an  den „Besten“ im Sinne eines Benchmarking kann ebenfalls wichtige Impulse geben für eine verbesserte Versorgungsqualität. Dabei ist Benchmarking „der ständige Prozess des Strebens eines Unternehmens nach Verbesserung seiner Leistungen und nach Wettbewerbsvorteilen durch Orientierung an den jeweiligen Bestleistungen in der Branche oder an anderen Referenzleistungen“ (www.unister.de/Unister/ ausgabe_stichwort1218_29.html). Im Kapitel „Strukturierter Dialog in der Herzchirurgie“ ist am konkreten Beispiel des Dialoges mit Krankenhäusern über auffällige Ergebnisse des Verfahrensjahres 2003 dargestellt, wie sowohl durch Zielvereinbarungen auf der einen Seite und die Möglichkeit des „Lernens von den Besten“ auf der anderen Seite echte Qualitätsverbesserungen ermöglicht werden.
  2. Informationen für epidemiologische und klinische Forschung:
    Auffällige Gesamtraten eines Qualitätsindikators und die Kenntnis der weitergehenden Analysen im Strukturierten Dialog identifizieren Ver-   sorgungsprobleme im jeweiligen Leistungsbereich. Studien zur Versorgungsforschung und klinische Forschungsprojekte können in Kenntnis der Ergebnisse zielgenauer geplant und durchgeführt werden.
  3. Unterstützung der Entwicklung und Implementierung von Leitlinien:
    Berufsverbände und wissenschaftliche Fachgesellschaften werden in die Lage versetzt, durch Entwicklung oder Weiterentwicklung
    von Leitlinien die klinische Praxis in problematischen Bereichen gezielt zu beeinflussen. Für die Implementierung von Leitlinien in die
    klinische Versorgung sind Indikatoren unverzichtbar (AWMF und ÄZQ 2001).
  4. Informationen für Politik und Selbstverwaltung:
    Politik und Selbstverwaltung erhalten Informationen, die eine qualitätsorientierte Ressourcenallokation unterstützen (McGlynn 1998).
  5. Qualitätsmessverfahren für neue Vertragsformen:
    Zum Beispiel in der integrierten Versorgung erhalten die Vertagspartner die Möglichkeit, Auswertungsergebnisse von Qualitätsindikatoren für die Auswahl von Teilnehmern an den Verträgen oder für die Bemessung von Entgelten einzusetzen.
  6. Nutzung für die Steuerung der Versorgung:
    Auswertungsergebnisse von Qualitätsindikatoren können genutzt werden für die Analyse von Zusammenhängen zwischen Fallzahlen und Qualität oder für die begleitende Qualitätsbeobachtung nach Entscheidung über definierte Fallzahlgrenzen in der Versorgung.