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Vollständigkeitsanalyse

Datengrundlage

Die Anzahl der im Verfahrensjahr 2004 erwarteten Datensätze wurde erstmals auf Basis der von den Krankenhäusern übermittelten methodischen QS-Filter-Sollstatistik berechnet.

Die methodische Sollstatistik ist die Aufstellung der von einem Krankenhaus im Berichtszeitraum zu dokumentierenden Leistungen pro Leistungsbereich. Sie ist Grundlage für die Berechnung der Dokumentationsrate, welche im Qualitätsbericht der Krankenhäuser ab 2005 zu veröffentlichen ist. Die LQS und die BQS benötigen sie zur Bewertung der Aussagekraft ihrer Auswertungen auf Landes- und Bundesebene.

Die QS-Filter-Sollstatistik wurde gemäß dem von der BQS spezifizierten Format mit einer QS-Filter-Software im Krankenhaus erstellt. Dazu wurde der gleiche Algorithmus verwendet, der auch unterjährig und fallbezogen die QS-Dokumentationspflicht prüft. Seitens der Geschäftsführung der Krankenhäuser wurde in einer Konformitätserklärung bestätigt, dass die Sollstatistik mit den internen Aufzeichnungen des Krankenhauses übereinstimmt.

Sowohl die Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung (LQS) als auch die BQS hatten seit September 2004 den Krankenhäusern und Softwareanbietern umfangreiche Hilfen bei der Erstellung der QS-Filter-Sollstatistik angeboten und sie schrittweise bis zur Übermittlung im Februar 2005 begleitet.

Beteiligung der Krankenhäuser

1.684 Krankenhäuser übermittelten die methodische QS-Filter-Sollstatistik 2004, d.h. die Aufstellung der zu dokumentierenden Datensätze. Dabei wurden insgesamt 16.443.524 (DRG-) Fälle auf die Verpflichtung zur QS-Dokumentation überprüft. Von diesen 1.684 Krankenhäusern haben 1.437 Krankenhäuser dokumentationspflichtige Leistungen erbracht. Die Anzahl der zu dokumentierenden (erwarteten) Datensätze betrug 2.430.703. Weitere 247 Krankenhäuser haben eine sog. „Nullmeldung“ abgegeben, d.h., sie haben keine dokumentationspflichtigen Leistungen erbracht.

Die Zahl der Krankenhäuser, die QS-Datensätze übermittelt haben, war mit 1.517 höher als die Zahl der Krankenhäuser, die eine QS-Filter-Sollstatistik übermittelt haben. Daraus ergaben sich Fragen zur Interpretation der Ergebnisse, da offensichtlich nicht alle Krankenhäuser QS-Filter-Sollstatistiken übermittelt haben, die hierzu verpflichtet waren.

Mögliche Ursachen für fehlende Sollstatistiken waren:
  • Die Sollstatistik wurde für alle Betriebsstätten eines Krankenhausverbundes gemeinsam geliefert, die QS-Datensätze wurden aber für jede Betriebsstätte des Krankenhausverbundes einzeln übermittelt.
  • Krankenhäuser haben die Sollstatistik an die Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung, nicht aber an die BQS geliefert.
  • Krankenhäuser haben die Sollstatistik weder an die Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung noch an die BQS geliefert.
  • Krankenhäuser, die in 2004 noch QS-Datensätze dokumentiert haben, wurden in 2005 zusammengelegt oder geschlossen.

Vollständigkeit der Datensätze

Ein Vergleich der aufgrund der übermittelten QS-Filter-Sollstatistik erwarteten Datensätze (SOLL) mit den tatsächlich gelieferten Datensätzen (IST) ergab eine durchschnittliche Dokumentationsrate von 98,28%. Tabelle 2 zeigt die Dokumentationsraten 2004.

Bei drei Leistungsbereichen lagen die Dokumentationsraten über 100%. Hier gab es folgende Besonderheiten:

  • Im Leistungsbereich Herzschrittmacher-Aggregatwechsel entstand eine Dokumentationsrate von 100,04% durch Dokumentation ambulant erbrachter Leistungen.
  • Im Leistungsbereich Cholezystektomie entstand eine Dokumentationsrate von 100,96% durch Übermittlung von Datensätzen, die nicht die vom QS-Filter geforderte Hauptdiagnose aufwiesen.
  • In der Herzchirurgie haben einige Krankenhäuser eine so genannte Vollerhebung durchgeführt und unabhängig vom Auslöseergebnis des QS-Filters weitere herzchirurgische Operationen dokumentiert. Dadurch entstand eine Dokumentationsrate von 103,45%. Die Vollständigkeit der Datenübermittlung für alle Leistungsbereiche der Herzchirurgie wurde gemeinsam dargestellt. Eine Aufteilung der zu dokumentierenden Fälle auf die herzchirurgischen Leistungsbereiche „Isolierte Koronarchirurgie“, „Isolierte Aortenklappenchirurgie“ und „Kombinierte Koronar- und Aortenklappenchirurgie“ ist nicht möglich, da die Auslösung der Dokumentation durch den QS-Filter über den Datensatz Herzchirurgie erfolgt. Die Aufteilung der Datensätze auf die definierten Leistungsbereiche erfolgt im Rahmen der Auswertung.

Eine krankenhausindividuelle Dokumentationsrate könnte Anhaltspunkte liefern, welche Krankenhäuser keine, zu wenig oder zu viele Datensätze geliefert haben.

Diese konnte auf Bundesebene nicht erstellt werden, da der BQS bei den gelieferten Datensätzen nur die Pseudonyme der Krankenhäuser bekannt sind und daher ein Abgleich mit den IK-Nummern der QS-Filter-Sollstatistik nicht möglich ist.

Für die Leistungsbereiche Gynäkologische Operationen, Mammachirurgie, Koronarangiographie/ Perkutane transluminale Koronarangioplastie (PTCA) und Geburtshilfe wurden zur weiteren Bewertung der Vollständigkeit externe Informationsquellen herangezogen, die jeweils in den Kapiteln für die betreffenden Leistungsbereiche dargestellt werden.

Weiterentwicklung

Durch die Einführung der methodischen QS-Filter-Sollstatistik stand 2004 erstmals eine valide Basis zur differenzierten Bewertung der Repräsentativität der Auswertungen zur Verfügung. Ziel der kommenden Verfahrensjahre wird es sein, diese Datenbasis weiter zu verbessern und ihre Aussagekraft weiter zu steigern.

Verbesserungsfähig ist die Einhaltung der QS-Filter-Auslösekriterien. Zukünftig sollte gewährleistet sein, dass genau die Datensätze dokumentiert werden, die auf stationär aufgenommenen Fälle basieren.

Auf die Wahrnehmung der Verantwortung zur QS-Dokumentation ist in einigen Leistungsbereichen stärker zu achten. Verantwortlich für die Dokumentation ist das Krankenhaus als Institution. Bei der Zusammenarbeit von verschiedenen Krankenhäusern ist das Krankenhaus für die Dokumentation verantwortlich, welches den Fall letztendlich mit den Kostenträgern abrechnet.

Ebenfalls verbesserungsfähig ist die Teilnahme der Krankenhäuser, die entweder keine QS-Filter-Sollstatistik gesendet haben oder die ihre QS-Dokumentation nicht vollständig übermittelt haben.