Einflussfaktoren und Risikoadjustierung
Das Risiko eines Patienten für eine postoperative Komplikation oder
für die Letalität ist eingriffs- und diagnosebezogen unterschiedlich
hoch. Das Ergebnis wird unter anderem von der Schwere der Erkrankung,
dem Vorliegen von Begleiterkrankungen, krankheitsunabhängigen Merkmalen
wie Alter oder Geschlecht, der Operationsmethode und der postoperativen
Versorgung bestimmt (Iezzoni 2003). Bei der Beurteilung der Ergebnisse
einer Operation müssen daher jene Einflussfaktoren erkannt und
berücksichtigt werden, die direkte Auswirkungen auf die
Ergebnisqualität bzw. die gemessenen Qualitätsindikatoren haben, um
dann den Qualitätsvergleich fair zu gestalten.
Ein rein deskriptiver Vergleich zwischen Teilnehmern ohne
Risikoadjustierung würde zu unzulässigen Schlussfolgerungen führen:
Teilnehmer mit Niedrigrisiko-Patienten würden besser bewertet als
solche mit Hochrisiko-Patienten. Die Adjustierung von
Qualitätsindikatoren erfolgt daher auf der Basis von bekannten, in der
Literatur beschriebenen oder in Vorjahres- und Sonderauswertungen
identifizierten Einflussfaktoren.
Die Auswertungskonzepte für das Verfahrensjahr 2004 berücksichtigen
daher in unterschiedlichem Maße die verfügbaren Verfahren zur
Risikoadjustierung. Einen Überblick über die eingesetzten
Adjustierungsverfahren mit Beispielen liefert Tabelle 3.
Im Kapitel „Risikoadjustierung“ werden Methoden und Bedeutung der
Risikoadjustierung in der externen Qualitätsdarstellung näher
dargestellt.
Werden keine Einflussfaktoren identifiziert, wird die „rohe“ Rate des
Indikators für die Qualitätsdarstellung herangezogen. Während
Ergebnisindikatoren häufig einer Risikoadjustierung bedürfen, sind
Prozessindikatoren oft ohne Adjustierung anwendbar.