Referenzbereiche und Auffälligkeitsbereiche für Datenvalidität
Teil der Entwicklung der Auswertungskonzepte ist die Definition von
Auffälligkeits- und Referenzbereichen. Die Grenzen der Referenzbereiche
legen fest, dass außerhalb dieses Bereichs liegende Ergebnisse
auffällig sind und Hinweise auf verbesserungswürdige Qualität geben.
Sie dienen als Auslöser für den Strukturierten Dialog.
Die Definition von Referenzbereichen orientiert sich dabei an den
Ergebnissen, die sich aus der wissenschaftlichen Literatur, der Analyse
eigener Erhebungen oder aus den Erkenntnissen der klinischen Praxis
ableiten lassen. Die Festlegung der Auffälligkeits- und
Referenzbereiche sollte einerseits möglichst frühzeitig erfolgen,
erfordert aber andererseits oft erste Auswertungsergebnisse, wenn die
wissenschaftliche Literatur hierzu keine ausreichenden oder sich stark
unterscheidende Ergebnisse enthält.
Für die BQS-Bundesauswertung 2004 sind – bis auf wenige begründete
Ausnahmen – für alle BQS-Qualitätsindikatoren Referenzbereiche
festgelegt worden. Die Begründung für die Festlegung des Referenzwertes
wird jeweils in der Erläuterung zum Referenzbereich dargelegt.
Kriterien für die Entscheidung über Referenzwerte waren insbesondere
- die Evidenz aus der wissenschaftlichen Literatur,
- die beobachtete Spannweite der Krankenhausergebnisse in den BQS-Bundesauswertungen 2001 bis 2004 und
- die Anzahl der Krankenhäuser, für die ein Strukturierter Dialog
mit den verfügbaren Ressourcen auf der Landesebene durchführbar
erscheint.
Eine umfassende Darstellung über die Festlegung von
Referenzbereichen und ihre Anwendung bei der Bewertung der Ergebnisse
der BQS-Bundesauswertung 2004 ist im Kapitel „Bewertung der
Auswertungsergebnisse“ zu finden.
Neben Referenzbereichen, die jene Ausprägungen eines
Qualitätsindikators umfassen, die Ausdruck guter Indikations-, Prozess-
oder Ergebnisqualität sind, werden auch Auffälligkeitsbereiche für
Datenvalidität bestimmt. Hierbei geht es darum, auffällig niedrige
Raten unerwünschter Ereignisse in der Ergebnisqualitätsmessung oder
unplausibel hohe Raten bei Messung von Indikations- oder
Prozessqualität systematisch und nachvollziehbar zu identifizieren, um
im Rahmen des Strukturierten Dialogs die Validität der hierzu
gelieferten Daten zu überprüfen.