Auswertungskonzepte
Die Qualitätsmessung erfolgt in der Regel über die Ermittlung des
Anteils (Rate) von erwünschten oder unerwünschten Ereignissen (Zähler)
an allen Merkmalsträgern in einer definierten Grundgesamtheit. Die
Rechenvorschriften (Rechenregel), die Identifizierung der benötigten
Daten (Datensatz), die Ein- und Ausschlusskriterien für die
Grundgesamtheit und die Verfahren zur Risikoadjustierung für die
angemessene Berücksichtigung von Einflussfaktoren werden in einem
Auswertungskonzept (Rechenregeltabelle) und einem
Musterauswertungsentwurf zusammengefasst.
Für die im BQS-Qualitätsreport 2004 bewerteten Qualitätsindikatoren wird die Rechenregel standardisiert dargestellt:
Rechenregel
Zähler: Definition der Ein- und ggf. Ausschlusskriterien für den Zähler
Grundgesamtheit: Definition der Ein- und ggf. Ausschlusskriterien für die Grundgesamtheit
Erläuterung der Rechenregel: Hier werden Hinweise zur Berechnung
der Kennzahl für den Indikator und auf Besonderheiten für die
Interpretation der Berechnungvorschrift gegeben.
In der Regel wird der Anteil (Rate) bestimmt. In diesen Fällen wird
die Definition der Ein- und Ausschlusskriterien für den Zähler auf die
Merkmalsträger in der Grundgesamtheit bezogen. Die Zählermenge ist also
eine Teilmenge der Grundgesamtheit. Auf eine Wiederholung der Ein- und
Ausschlusskriterien der Grundgesamtheit wird verzichtet.
Anders verhält es sich bei Verhältnissen. Hier ist die durch die
Zählerkriterien definierte Menge nicht Teilmenge der Grundgesamtheit.
Einige Qualitätsindikatoren sind nicht raten- oder
verhältnisbasiert, sondern aggregieren kontinuierliche Messgrößen.
Hierunter fällt die Bildung des Medians der OP-Dauer bei
orthopädisch-unfallchirurgischen Leistungsbereichen oder die
75%-Perzentile des Flächendosisprodukts bei der
Herzschrittmacher-Erstimplantation. In diesen Fällen wird beim
Zählerkriterium die Aggregatfunktion und die zu aggregierende Messgröße
angegeben.
Eine weitere, wenn auch selten angewendete Alternative zu
ratenbasierten Indikatoren ist die Bestimmung der absoluten Anzahl in
der Zählermenge. Ein Beispiel hierfür ist der Qualitätsindikator
„Indikation bei Hysterektomie“ im Leistungsbereich „Gynäkologische
Operationen“.