Weiterentwicklung: Das BQS-Modell zur Risikoadjustierung
Aus diesem Grund hat die BQS gemeinsam mit der Fachgruppe
Herzchirurgie ein neues Modell zur Risikoadjustierung der
In-Hospital-Letalität in der isolierten Koronarchirurgie entwickelt,
das Fortschritte in der Behandlungsqualität der herzchirurgischen
Krankenhäuser angemessener berücksichtigt. Dieses neue
Risikoadjustierungsmodell wird nachfolgend als KCH
(Koronarchirurgie)-Score bezeichnet. Für die Entwicklung wurden
insgesamt 23 im Datensatz Herzchirurgie erhobene präoperative mögliche
Risikofaktoren hinsichtlich ihres Einflusses auf die
Krankenhaussterblichkeit nach koronarchirurgischen Operationen
untersucht. Von diesen stellten sich insgesamt 14 als relevante
Risikofaktoren heraus (siehe Tabelle 1).
Aus diesen 14 Risikofaktoren wurden für jedes Krankenhaus das mit
dem logistischen KCH-Score berechnete Verhältnis aus beobachteter (O)
zu erwarteter (E) Krankenhaussterblichkeit und die risikoadjustierte
Sterblichkeitsrate berechnet. Die Abbildung zeigt, wie die deutschen
Krankenhäuser risikoadjustiert um die in Deutschland beobachteten Werte
variieren (Abbildung 3).
Die vergleichende Darstellung des Verhältnisses von beobachteter zu
erwarteter Krankenhaussterblichkeit zeigt, dass mehr als 40% der
deutschen herzchirurgischen Krankenhäuser eine höhere Sterblichkeit
aufweisen, als nach dem statistischen Modell zu erwarten wäre. Sofern
das Risiko, nach einer koronarchirurgischen Operation zu versterben,
durch ein statistisches Modell angemessen vorhergesagt wird, wird,
bezogen auf die Patientenergebnisse aller Krankenhäuser gemeinsam, der
Quotient aus beobachteter und erwarteter Sterblichkeit bei eins liegen.
Dies bedeutet jedoch, dass allein aus statistischen Gründen ein
relevanter Anteil von Krankenhäusern eine höhere Sterblichkeitsrate
aufweisen wird als nach dem KCH-Score zu erwarten wäre. Es können ja
auch nicht alle Krankenhäuser besser sein als deren gemeinsames
mittleres Ergebnis. Das in Abbildung 3 beobachtete Phänomen spricht
insofern für die Güte des Modells und nicht für eine auffällige
Behandlungsqualität bei mehr als 40% der deutschen herzchirurgischen
Abteilungen.