Logo + Home
 
   BQS Online    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank

Grundlagen zur Risikoadjustierung

Identifikation von Risikofaktoren

Jeder Patient, der sich einer herzchirurgischen Operation unterziehen muss, hat seine individuelle Krankengeschichte und in vielen Fällen zusätzliche Erkrankungen. Ziel der Risikoadjustierung ist es zu untersuchen, welche patientenbezogenen Faktoren das Risiko erhöhen, nach einem herzchirurgischen Eingriff zu versterben. Mittels eines statistischen Verfahrens werden die Risikofaktoren identifiziert. Der Einfluss dieser Risikofaktoren wird gewichtet. Auf diese Weise kann für jeden Patienten ein individuelles Risikoprofil erstellt werden.

Vorhersage der Krankenhaussterblichkeit

Anhand des Risikoprofils aller in einem Krankenhaus behandelten Patienten kann anschließend die erwartete Sterblichkeitsrate dieses Krankenhauses berechnet werden. Je höher die statistisch erwartete Sterblichkeitsrate eines Krankenhauses ist, desto „kränker“ sind die in diesem Krankenhaus behandelten Patienten.

Verhältnis von beobachteter zu erwarteter Krankenhaussterblichkeit

Die tatsächlich beobachtete Sterblichkeitsrate eines Krankenhauses wird dann im Verhältnis zur statistisch erwarteten Rate betrachtet. Ist dieser Quotient größer als eins, bedeutet dies, dass das Krankenhaus eine höhere Krankenhaussterblichkeit aufweist, als aufgrund des Risikoprofils der behandelten Patienten zu erwarten wäre. Ist er kleiner als eins, bedeutet dies, dass das Krankenhaus eine niedrigere Sterblichkeit aufweist, als aufgrund des Risikoprofils der behandelten Patienten zu erwarten wäre.

Beispiel:

Beobachtete Krankenhaussterblichkeit
(O = Observed): 2,8%

Erwartete Krankenhaussterblichkeit
(E = Expected): 3,5%

O / E = 0,80

Die beobachtete Krankenhaussterblichkeit liegt 20% niedriger als aufgrund des Risikoprofils der in diesem Krankenhaus behandelten Patienten zu erwarten wäre.

Berechnung der risikoadjustierten Sterblichkeitsrate

Das anhand des statistischen Modells ermittelte Risikoprofil der behandelten Patienten kann aus der in diesem Krankenhaus beobachteten Sterblichkeitsrate „herausgerechnet“ werden. Dazu wird die in diesem Krankenhaus beobachtete Sterblichkeit durch die erwartete Sterblichkeit dividiert und mit der bundesweiten Sterblichkeitsrate multipliziert.

Risikoadjustierte Krankenhaussterblichkeit =
OKrankenhaus / EKrankenhaus * OGesamt

Das Ergebnis dieser Berechnung zeigt, wie hoch die Sterblichkeit nach einer Operation in diesem Krankenhaus gewesen wäre, wenn die behandelten Patienten dieses Krankenhauses dieselbe Risikostruktur gehabt hätten, wie sie bundesweit zu beobachten ist.

Aussagekraft von Risikoadjustierungsmodellen

Für die Bewertung eines Risikoadjustierungsmodells zur Sterblichkeit nach Operationen ist es wichtig zu wissen, wie gut das Modell in der Lage ist, rechnerisch zwischen überlebenden und verstorbenen Patienten zu unterscheiden (Diskrimination). Entscheidend ist jedoch, ob das Modell die Wahrscheinlichkeit, nach einer Operation zu versterben, adäquat vorhersagen kann (Kalibration). Die Diskrimination und die Kalibration eines Risikoadjustierungsmodells können anhand statistischer Tests überprüft werden.