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Ausgangspunkt der Modellentwicklung: der EuroSCORE
Für die Risikoadjustierung der Sterblichkeit nach herzchirurgischen Eingriffen wird im europäischen Raum der EuroSCORE (European System for Cardiac Operative Risk Evaluation) verwendet (Roques et al. 1999). Dieses Risikoadjustierungsmodell wurde anhand der Daten von 19.030 herzchirurgischen Patienten aus acht europäischen Ländern entwickelt, die im Jahr 1995 behandelt wurden. Die beobachtete Sterblichkeit nach koronarchirurgischen Operationen lag damals in dieser Patientengruppe bei 3,4%. Die 30-Tage-Sterblichkeitsrate nach koronarchirurgischen Operationen lag in Deutschland im Jahr 2002 und 2003 mit 3,26% bzw. 3,27% etwas niedriger (www.bqs-outcome.de). Die nach dem logistischen EuroSCORE zu erwartende 30-Tage-Sterblichkeitsrate der deutschen Krankenhäuser lag jedoch im Jahr 2002 und 2003 im Leistungsbereich Isolierte Koronarchirurgie mit 4,80% bzw. 5,34% deutlich über der in der ursprünglichen Publikation angegebenen Rate von 3,4% (www.bqs-outcome.de, Roques et al. 1999), d.h. das Risikoprofil der behandelten Patienten hat im Vergleich zur ursprünglichen EuroSCORE-Population aus dem Jahre 1995 erheblich zugenommen (Abbildung 1). Bezogen auf die klinische Praxis ist die im zeitlichen Verlauf gleich bleibende Sterblichkeitsrate bei zunehmender Anzahl von Risikopatienten Ausdruck einer deutlich gestiegenen Behandlungsqualität der deutschen herzchirurgischen Abteilungen seit der Entwicklung des EuroSCORE im Jahr 1995.
Die vergleichende Darstellung der nach dem logistischen EuroSCORE adjustierten Krankenhaussterblichkeit in der BQS-Bundesauswertung 2004 zeigt, dass nahezu alle deutschen herzchirurgischen Abteilungen bessere Ergebnisse erzielen, als nach dem EuroSCORE zu erwarten wäre (Abbildung 2). Da der EuroSCORE das Risikoprofil der behandelten Patienten im Jahre 1995 und in allen acht teilnehmenden europäischen Ländern zusammen beschreibt, bildet er das Risikoprofil nicht mehr adäquat ab, um einen Vergleich der deutschen Krankenhäuser untereinander und im Verhältnis zur gestiegenen Behandlungskompetenz der deutschen herzchirurgischen Krankenhäuser zu erlauben. |