Prof. Dr. Michael-Jürgen Polonius
Erfolgreiche Weiterentwicklung –
neue Herausforderungen
Externe stationäre Qualitätssicherung soll der Verbesserung der
Krankenhausbehandlung und der Information und Orientierung der
Patienten dienen. Die Erhebung und Dokumentation von Daten zur Qualität
der einzelnen Krankenhäuser, deren Auswertung und der Vergleich mit dem
Bundesdurchschnitt stellen somit ein zentrales Instrument für Ärzte und
nichtärztliche Mitarbeiter dar, um die Behandlungsergebnisse zu
verbessern und Patienten eine höhere Sicherheit zu bieten: Indem
Lernprozesse aller Beteiligten unterstützt werden, kommen wir dem
gemeinsamen Ziel näher, Arbeitsweisen und Verfahren den neuesten
Erkenntnissen anzupassen.
Auf diesem Wege konnten wir im vergangenen Jahr deutliche Erfolge
erzielen. Das Verfahren der externen stationären Qualitätssicherung
wurde unter der Verantwortung des Gemeinsamen Bundesausschusses
verlässlich weitergeführt. Die Akzeptanz konnte bei allen Beteiligten
gesteigert und die Dokumentationsqualität verbessert werden – dies
sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene sowie im einzelnen
Krankenhaus.
Der strukturierte Dialog – ein Verfahren, das bei Auffälligkeiten
Anwendung findet – konnte aufgrund der verbesserten Aussagekraft der
2004 erhobenen Daten effizienter durchgeführt werden.
Was aber folgte aus der Sammlung und Auswertung der Daten? Hier
können wir für das vergangene Jahr eine Vielzahl von Verbesserungen
aufzeigen: So wurde beispielsweise die Effizienz von Abläufen und
Kooperationsprozessen bei der Krankenhausbehandlung gesteigert,
insbesondere in der interdisziplinären Zusammenarbeit. Weiterhin wurde
die Erfassung und Dokumentation neuen Leitlinien angepasst.
Entscheidende Impulse hierzu gingen auch von der Ergebniskonferenz
im November 2004 aus, die sich auf die Daten der Bundesauswertung 2003
bezog. Inzwischen veröffentlichen auch einzelne Länder ihre
Auswertungen und tragen damit zu einer detaillierteren Transparenz bei.
Wir sind also den Zielen, die Ergebnisqualität im Krankenhaus zu
sichern und neben den Betroffenen (Ärzten und nichtärztlichen
Mitarbeitern) den Patienten eine Orientierung zu ermöglichen, einen
weiteren Schritt näher gekommen – dies auch mit Hilfe von
Patientenvertretern, die seit Anfang 2004 in den Bundesfachgruppen mit
beraten und diesen neue und wichtige Impulse geben.
Die Herausforderung der Zukunft liegt in der sektorübergreifenden
Qualitätssicherung: Die immer kürzere Verweildauer der Patienten im
Krankenhaus und die Verzahnung
von stationärer und ambulanter Behandlung müssen in der
Qualitätssicherung abgebildet werden. Eine weitere wichtige Aufgabe für
den Gemeinsamen Bundesausschuss wird folglich darin liegen,
Ergebnisqualität und Patientensicherheit durch einen längeren
Betrachtungszeitraum der Behandlungsergebnisse zu gewährleisten.
Siegburg, im Juli 2005
Prof. Dr. Michael-Jürgen Polonius
Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses nach § 91 Abs. 7 SGB V