Qualitätsziel
Immer Erhebung eines histologischen Befundes
Hintergrund des Qualitätsindikators
Die routinemäßige Erhebung eines histologischen Befundes, d.h. die feingewebliche Untersuchung der bei der Operation entnommenen Gallenblase unter dem Mikroskop, erlaubt zum einen eine Überprüfung der vor der Operation durch Untersuchungen gestellten Diagnosen und zum anderen die Sicherung oder den Ausschluss einer bösartigen Veränderung der Gallenblase, die bei großen Gallensteinen, großen Polypen oder einer sogenannten Porzellangallenblase vermehrt auftreten kann.
Bewertung
Die Gesamtrate von 97,8% liegt unterhalb des von der BQS-Fachgruppe bei 100% festgelegten Referenzbereichs. Angesichts der Tatsache, dass der Median der Krankenhausergebnisse für die Krankenhäuser mit mehr als 20 Fällen bei 99,1% und bei den Krankenhäusern mit weniger als
20 Fällen bei 100% liegt, kann insgesamt von einer guten Versorgungssituation ausgegangen werden.
Im Rahmen des Strukturierten Dialogs 2005 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2004 wurden bundesweit 61 Krankenhäuser von den Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung um eine Stellungnahme wegen Auffälligkeiten bei diesem Indikator gebeten. Von der Mehrzahl der auffälligen Krankenhäuser wurden Dokumentationsprobleme als Ursache der Auffälligkeit angegeben. Die Untersuchung sei zwar durchgeführt, aber bei Erfassung der Qualitätssicherungsdaten nicht korrekt dokumentiert worden. Allerdings wurden bei 6 Krankenhäusern tatsächlich Qualitätsprobleme als Ursache der auffälligen Raten identifiziert und erforderliche Maßnahmen vereinbart. Im Strukturierten Dialog hat sich in Einzelfällen gezeigt, dass aus ökonomischen Gründen auf die Untersuchung verzichtet wurde. Hier wurde deutlich gemacht, dass dieses Vorgehen medizinisch nicht akzeptabel ist und dass die histologische Untersuchung künftig durchgeführt werden muss. Die Begründung für diese Anforderung ist, dass nach internationalen und nationalen Studien bei ca. 0,6 bis 1% der Cholezystektomien (Contini et al. 1999) Gallenblasenkarzinome entdeckt werden, die zuvor nicht bekannt waren. In über 50% der Fälle sind diese allein durch die histologische Untersuchung auffällig geworden.