Qualitätsziel
Geringe Reinterventionsrate in Abhängigkeit vom OP-Verfahren
Hintergrund des Qualitätsindikators
Eine Reintervention ist ein erneuter operativer oder interventioneller Eingriff nach einer Operation wegen postoperativ aufgetretenen Komplikationen. Typische Gründe für eine Reintervention nach Cholezystektomie sind z.B. Gallengangsverletzungen, Blutungen und Entzündungen.
Die Rate an Reinterventionen liefert daher Informationen über die Häufigkeit schwerwiegender Frühkomplikationen.
Bei der Bewertung der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass die Indikation zur offenen Operation primär bei vorhersehbar schwierigeren Operationsbedingungen gestellt wird und für dieses Verfahren daher höhere Raten als für das laparoskopische Operationsverfahren zu erwarten sind.
Bewertung
Die Gesamtrate liegt signifikant besser als die von der BQS-Fachgruppe festgelegte Auffälligkeitsgrenze von 2%, somit ist von einer insgesamt guten Versorgungssituation auszugehen. Auf der anderen Seite überschreiten 419 von 1.164 Krankenhäusern den Referenzbereich zum Teil erheblich. Die Betrachtung der Ergebnisse der vergangenen Jahre in einer Zeitreihe zeigt, dass die Zahl der Abteilungen mit besonders schwerwiegenden Abweichungen abgenommen hat.
Es wurden insgesamt 69 Abteilungen von den Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung im Strukturierten Dialog des Jahres 2005 auf Basis
von Daten des Erfassungsjahres 2004 angesprochen. Davon führten
26 Krankenhäuser die Auffälligkeit auf Dokumentationsprobleme zurück. Beispielsweise wurde angegeben, dass ein geplantes so genanntes therapeutisches Splitting, d.h. die geplante Entfernung belassener Gallengangssteine im Rahmen einer zweiten endoskopischen Maßnahme, fälschlich als Reintervention kodiert worden ist. In weiteren 26 Fällen wurden die Krankenhäuser nach Diskussion der Epikrisen als qualitativ unauffällig bewertet. In fünf Abteilungen wurden qualitative Auffälligkeiten festgestellt.
Eine Analyse insbesondere der „Ausreißerergebnisse“ muss weiterhin im Strukturierten Dialog erfolgen.