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Qualitätsziel

Häufig kurze Entschluss-Entwicklungs-Zeit (E-E-Zeit) von ≤ 20 Minuten beim Notfallkaiserschnitt

Hintergrund des Qualitätsindikators

Ein Notfallkaiserschnitt ist eine Schnittentbindung, die im Rahmen einer mütterlichen oder kindlichen Notlage vorgenommen wird. Es ist erforderlich, diese Notlage so schnell wie möglich zu beenden, da mit längerem Andauern die Gefahr für bleibende Schäden des Kindes steigt. Die E-E-Zeit bezeichnet die Spanne vom Entschluss zum Notfallkaiserschnitt bis zur Geburt des Kindes. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich das Outcome des Kindes bei kurzer E-E-Zeit verbessert (Leung et al. 1993, Korhonen et al. 1994) und eine Gefährdung der Mutter trotz kurzer Vorbereitung nicht steigt (Hillemanns et al. 2003).

Niedrige Raten einer E-E-Zeit unter 20 Minuten weisen auf relevante Organisationsprobleme hin.

Bewertung

Nach den von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie formulierten Voraussetzungen zum Führen einer geburtshilflichen Abteilung und nach einer gesonderten Stellungnahme dieser Fachgesellschaft zur Entschluss- Entwicklungszeit (DGGG 1992, DGGG 1995) gehört die Einhaltung der 20-Minuten-Grenze zu den essentiellen Voraussetzungen zum Führen einer geburtshilflichen Abteilung. Trotz dieser Einschätzung der Fachgesellschaft wurde diese E-E-Zeit bei 488 Notsectiones nicht eingehalten. Die BQS-Fachgruppe ist der Auffassung, dass es sich bei der Einhaltung der 20 Minuten um eine existentielle prozessuale und strukturelle Voraussetzung handelt und dass hier eine dringend verbesserungsbedürftige Versorgungssituation vorliegt.

Da der Indikator im Jahr 2005 erstmalig eingesetzt worden ist, liegen noch keine Informationen aus dem Strukturierten Dialog vor.

Der Strukturierte Dialog soll nach Ansicht der BQS-Fachgruppe für diesen Qualitätsindikator unabhängig von der Fallzahl mit allen auffälligen Krankenhäusern geführt werden.