Logo + Home
 
   BQS Online    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank

Qualitätsziel

Selten 5-Minuten-Apgar unter 5 und metabolische Azidose mit pH unter 7 oder Base Excess < -16 bei Reifgeborenen

Hintergrund des Qualitätsindikators

Beim Apgar-Index handelt es sich um einen einfach zu erhebenden Score, der den klinischen Zustand des Kindes abbildet. Niedrige Scorewerte korrelieren mit höherer Sterblichkeit und bleibenden Schäden.

pH- bzw. Base-Excess-Wert messen die Übersäuerung des Blutes und geben Hinweise auf einen kritischen Zustand des Kindes. Bei reifgeborenen Kindern sollte eine durch Übersäuerung und niedrige Apgar-Werte gekennzeichnete Situation nur sehr selten auftreten. Alle diese Fälle bedürfen einer individuellen Analyse, um gegebenenfalls Verbesserungspotentzial im Management des Geburtsverlaufs zu erkennen.

Bewertung

Angesichts der beim Indikator Azidose bei Reifgeborenen erläuterten Problematik der geringen Spezifität wurde dieser Indikator ergänzend neu eingeführt. Er bezieht neben der Azidose den klinischen Zustand des Neugeborenen mit ein. In dieser Kombination der Befunde ist von einem kritischen Zustand des Neugeborenen auszugehen, der ein deutlich erhöhtes Risiko für Mortalität und bleibende Schäden birgt. Die Ergebnisse bestätigen zunächst mit 133 Fällen auf 587.497 Reifgeborene die Seltenheit dieses Befundes. Die BQS-Fachgruppe hätte aus ihrer eigenen Erfahrung an dieser Stelle eine größere Häufigkeit erwartet. Daher sind die Ergebnisse des in diesem Jahr erstmalig durchgeführten Datenvalidierungsverfahrens, in dem unter anderem auch die APGAR-Dokumentation überprüft wird, für die zukünftige Bewertung des Gesamtergebnisses relevant.

Da es sich um einen Sentinel-Event-Indikator handelt, sind im Strukturierten Dialog alle Fälle eingehend zu prüfen. Hierbei sollte ein besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, ob im Geburtsmanagement Optimierungsbedarf festzustellen ist. Der Indikator wird für 2005 erstmalig eingesetzt, daher liegen noch keine Erfahrungen aus dem Strukturierten Dialog vor.

Eine weitergehende Beurteilung der Versorgungsqualität kann erst nach Kenntnis der Ergebnisse des Strukturierten Dialogs und des Datenvalidierungsverfahrens erfolgen.

Eine erste Analyse des Krankenhauses mit der höchsten Rate von 4,3% (die übrigen auffälligen Krankenhäuser liegen alle unter 1%) ergab, dass hier bei mehr als 100 Geburten überhaupt kein APGAR-Wert dokumentiert wurde, sodass im Ergebnis ein einziges Neugeborenes mit kritischem Outcome zu dieser Rate führt. Die Landesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung wird dies im Strukturierten Dialog mit dem betroffenen Krankenhaus thematisieren.