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Qualitätsziel

Selten mütterliche Todesfälle

Hintergrund des Qualitätsindikators

Als Müttersterbefall gilt der Tod jeder Frau während der Schwangerschaft oder innerhalb von 42 Tagen nach Beendigung der Schwangerschaft, wenn die Ursache in Beziehung zur Schwangerschaft oder deren Behandlung steht. Dieser Parameter wird im internationalen Vergleich als Indikator für die Qualität der Gesundheitsversorgung herangezogen. Jeder Einzelfall soll einer eingehenden Analyse unterzogen werden.

Bewertung

Mit einer Rate von 5/100.000 mütterlicher Todesfälle in den BQS-Daten liegt Deutschland im langjährigen Durchschnitt und international auf einem sehr guten Platz. Bei der Bewertung ist allerdings kritisch zu berücksichtigen, dass verfahrensbedingt nur die im Rahmen eines stationären Aufenthalts erfolgenden Geburten erfasst werden und dass daher Todesfälle im Frühstadium der Schwangerschaft sowie die Todesfälle nach Entlassung aber vor Ablauf von 42 Tagen nach der Geburt nicht erfasst werden können. Zur Validierung der BQS-Daten wurden für das Jahr 2004 die BQS-Daten mit den Erhebungen von Herrn Prof. Dr. Welsch verglichen, der in Bayern jeden einzelnen mütterlichen Todesfall analysiert hat (siehe dazu auch das Kapitel „Exkurs: Müttersterblichkeit”).

In der nebenstehenden Verlaufsgrafik zu mütterlichen Todesfällen in den Jahren 2001 bis 2005 wurde die Gesamtrate und der 95%-Vertrauensbereich dieses Werts dargestellt. Bei der Beurteilung des Ergebnisses aus dem Jahr 2002 ist zu berücksichtigen, dass das bundesweit einheitliche Verfahren noch nicht vollständig umgesetzt war und die Vollständigkeitsrate der Erhebung deutlich unter der Rate der Verfahrensjahre 2004 und 2005 lag. Da die Abweichungen in den übrigen Jahren gering sind, ist die Versorgungssituation über den betrachteten Zeitraum als stabil zu bewerten.

Jeder einzelne mütterliche Todesfall soll im Strukturierten Dialog differenziert analysiert werden. Im Strukturierten Dialog 2005 auf Basis von Daten des Erfassungsjahres 2004 wurden daher 32 Krankenhäuser angesprochen. 12 Krankenhäuser führten die Auffälligkeit auf Dokumentationsprobleme zurück, denen z.T. eine inzwischen korrigierte Erfassungsproblematik in der verwendeten Software zugrunde lag. In 17 Fällen ist von einem durch die Epikrise belegten schicksalhaften Verlauf auszugehen, allerdings mussten auch zwei Krankenhäuser von den Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung als qualitativ auffällig eingestuft und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

In der BQS-Bundesauswertung 2005 wurden in drei Krankenhäusern zwei Todesfälle dokumentiert, in allen anderen Krankenhäusern maximal einer.