Einleitung

Die koronare Herzerkrankung ist nach der arteriellen Hypertonie die häufigste Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems in den Industrieländern. Bei dieser Erkrankung kommt es infolge von Verengungen oder Verschlüssen in den Herzkranzgefäßen zu einer Minderdurchblutung der von diesen Gefäßen versorgten Abschnitte des Herzmuskels. Die Minderdurchblutung kann sich klinisch als Angina-Pectoris-Beschwerden bemerkbar machen. Der akute Verschluss eines Koronargefäßes führt zum Herzinfarkt.
Als Therapieoptionen bei koronarer Herzerkrankung stehen die medikamentöse Behandlung, die Behandlung mittels Herzkatheter (Dilatation oder Stent) und die Operation (Bypass) zur Verfügung.
In diesem BQS-Leistungsbereich werden Qualitätsaspekte der operativen Versorgung verengter Herzkranzgefäße mittels körpereigener Venen oder Arterien (Arteria mammaria interna, Arteria radialis) betrachtet. Für die Analyse werden ausschließlich isolierte koronarchirurgische Operationen unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine herangezogen.
Im Erfassungsjahr 2005 wurden knapp 4.600 koronarchirurgische Operationen weniger dokumentiert als 2004. Die Vollständigkeit der Datenübermittlung lag in beiden Erfassungsjahren auf vergleichbar hohem Niveau. Da gleichzeitig deutlich mehr Herzkatheterbehandlungen durchgeführt wurden, ist der Rückgang der Operationszahlen möglicherweise darauf zurückzuführen, dass sich Patienten mit koronarer Herzerkrankung vermehrt für eine Herzkatheterbehandlung entschieden haben.
Von der BQS-Fachgruppe Herzchirurgie wurden fünf Qualitätsziele formuliert, die sowohl Aspekte der Prozessqualität als auch der Ergebnisqualität betrachten.