Ursachen: Werden Leitlinien umgesetzt?

Grundlage für die Definition der BQS-Qualitätsziele für koronarchirurgische Operationen sind unter anderem evidenzbasierte Empfehlungen einer US-amerikanischen Leitlinie zur Verwendung der linksseitigen Arteria mammaria interna (innere Brustwandarterie, IMA) (Eagle et al. 2004).
In zwei Krankenhäusern wurde die Brustwandarterie (IMA) im Jahr 2004 nicht entsprechend den Empfehlungen der Leitlinie eingesetzt. Die BQS-Fachgruppe hat im dritten und vierten Quartal 2005 in zwei Expertengesprächen mit leitenden Vertretern herzchirurgischer Abteilungen die Verwendung der IMA thematisiert, um auf leitlinienkonformes Vorgehen bei der operativen Versorgung koronarchirurgischer Patienten hinzuwirken.
Die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator lagen im Jahr 2005 in einem Krankenhaus nicht mehr im auffälligen Bereich. Im zweiten Krankenhaus ist der Anteil an Operationen mit Verwendung der IMA innerhalb eines Jahres um fast 15% angestiegen. Der von der BQS-Fachgruppe festgelegte Referenzbereich wurde im Jahr 2005 nur um 0,8% verfehlt. Die BQS-Fachgruppe wird die weitere Umsetzung der Leitlinienempfehlung in diesem Krankenhaus anhand der Ergebnisse des Erfassungsjahres 2006 überprüfen.
Der Strukturierte Dialog zur Verwendung der linksseitigen Arteria mammaria interna in der isolierten Koronarchirurgie hat innerhalb von zwei Jahren zu einem messbaren Anstieg der Versorgungsqualität bei koronarchirurgischen Operationen in Deutschland geführt. Dieser BQS-Qualitätsindikator bildet Prozessqualität ab, die durch den Operateur mit geringem Aufwand positiv beeinflusst werden kann (siehe Abbildung 3).