Qualitätsziel
Möglichst wenige perioperative Komplikationen
Hintergrund des Qualitätsindikators
Bei den perioperativen Komplikationen bei Herzschrittmachertherapie stehen im Vordergrund: Arrhythmien, Verletzungen (Perforationen) von Gefäßen und Herzmuskel, Pneumo- bzw. Hämatothorax und Embolien. Ein Pneumothorax kann auch verzögert auftreten.
Zu den postoperativen Komplikationen zählen vor allem Infektionen und Fehlfunktionen von Elektroden oder Aggregat. Fehlfunktionen der Sonden sind z.B. Sondendislokationen oder -fehllagen sowie Reizschwellenanstiege und Wahrnehmungsdefekte. Zu den chirurgischen Komplikationen zählen
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Pneumothorax,
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Herzbeuteltamponade,
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Taschenhämatom,
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Hämatothorax und
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Wundinfektion.
Das dänische Schrittmacherregister (Møller & Arnsbo 2004) berichtet aus dem Jahre 2003 von folgenden perioperativen Komplikationsraten: Pneumothorax 0,6%, Hämatom 0,1% und Infektion 0,3%. Als „Standard“ legen Møller und Arnsbo für Implantationszentren fest: Reoperation wegen Hämatom 1%, wegen Infektion 0,5%, Intervention wegen Pneumothorax 2% (Møller & Arnsbo 2004).
Orientierend an Daten aus dem dänischen Register wurden in der Summe der chirurgischen Komplikationen ≤2% als Referenzbereich festgelegt.
Bewertung
Diese Maßzahl „chirurgische Komplikation“ ist für das Jahr 2005 erstmals eingeführt und wurde für die Jahre 2003 und 2004 nachträglich berechnet. Der Referenzbereich von ≤2% ist streng gewählt. Immerhin 310 von 828 Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen waren in diesem Sinne auffällig.
Fast die Hälfte der erfassten chirurgischen Komplikationen waren Taschenhämatome (513 von 1.081 Nennungen). Dabei wurden Ausprägung der Taschenhämatome und die therapeutische Konsequenz (von lokaler Kompression bis zur Reoperation) nicht differenziert. Trotz der Unschärfe des Parameters (der Datensatz 2006 wurde hier präzisiert) bleibt aus Sicht der BQS-Fachgruppe Verbesserungsbedarf bei der chirurgischen Technik und dem perioperativen Gerinnungsmanagement.
Es sind einige Ausreißer zu beobachten, die bei kleiner Fallzahl unter Umständen dramatisch hoch wirken. So hat das Krankenhaus mit den schlechtesten Ergebnissen bei 5 von 26 Fällen (19,2%) mindestens eine chirurgische Komplikation gemeldet.