Qualitätsziel
Selten allgemeine postoperative Komplikationen
Hintergrund des Qualitätsindikators
Von den postoperativen Komplikationen können insbesondere kardiopulmonale Komplikationen, wie z.B. eine Lungenembolie nach tiefer Beinvenenthrombose oder ein Herzinfarkt, akut lebensbedrohlich sein. Weitere weniger akute Komplikationen sind z.B. ein postoperatives Durchgangssyndrom mit Verwirrtheit, ein Harnwegsinfekt oder Komplikationen im Magen-Darm-Trakt.
Eine entsprechende individuelle Risikoeinschätzung des Patienten muss bei diesem geplanten Eingriff (Elektiveingriff) durch den Operateur und den Anästhesisten erfolgen. Die Literaturangaben zur Häufigkeit der allgemeinen Komplikationen sind uneinheitlich (z.B. Mantilla et al. 2002 2,2%, Thompson et al. 2002 6,1%, Wurtz et al. 2003 27,5%).
Bewertung
Die Rate der allgemeinen Komplikationen wird nach ASA stratifiziert. Der Benchmark erfolgt aber für alle Komplikationen (einschließlich der Kategorie „sonstige“) und für alle Patienten, da es sich um einen elektiven Eingriff handelt. Die Gesamtrate 4,90% entspricht der Rate des Vorjahres (4,94%). Die Größenordnung dieser Komplikationsrate entspricht internationalen Studienergebnissen. Allerdings ist ein Vergleich schwierig, da unterschiedliche Komplikationsdefinitionen und Beobachtungszeiträume zur Anwendung kamen.
Die Spannweite der Krankenhausergebnisse ist erheblich. Das Krankenhaus mit der höchsten Gesamtrate meldete in 20 von 45 Fällen (44,4%) eine allgemeine Komplikation.
Im Strukturierten Dialog 2005 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2004 wurde von den Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung keines von 4 Krankenhäuseren bei diesem Indikator als qualitativ auffällig eingestuft.