Qualitätsziel
Selten postoperative Wundinfektionen (nach CDC-Kriterien)
Hintergrund des Qualitätsindikators
Die Infektion eines künstlichen Gelenkersatzes ist eine gefürchtete Komplikation, die das individuelle Operationsergebnis in Frage stellt, zu langen Hospitalisationszeiten führt sowie häufig Revisionseingriffe und lange Antibiotikatherapie notwendig werden lässt (Palmer 2002).
Infektionen können – lokal oder systemisch – bereits vor der Prothesenimplantation vorhanden sein und sich erst postoperativ manifestieren. Die meisten Infektionen werden jedoch während des Eingriffs verursacht. Zur Definition der Schweregrade der Infektion wird die Schweregradeinteilung nach den Kriterien des Nationalen Referenzzentrums für die Surveillance Nosokomialer Infektionen (NRZ) bzw. der US-amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) vorgenommen.
Bewertung
Erstmals wurde der Benchmark nur für die Grundgesamtheit „alle Patienten“ durchgeführt, da Wundinfektionen nach Überzeugung der BQS-Fachgruppe nicht nur bei Patienten mit niedrigem Risiko niedrig sein sollten. Als Referenzbereich wurde die 90%-Perzentile festgelegt. Dadurch lagen 95 von 958 Krankenhäusern mit mehr als 20 Fällen oberhalb des Referenzbereichs.
Die Gesamtrate für 144.065 Patienten lag 2005 bei 1,00%. Sie ist nahezu identisch mit dem vom NRZ ermittelten Referenzbereich für Hüft-TEP bei Koxarthrose (1,07% für 27.778 Patienten der Jahre 2001 bis 2005), was als positiver Hinweis auf die Validität der BQS-Daten gewertet werden kann.
Im Strukturierten Dialog 2005 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2004 erwies sich von 4 zu diesem Indikator von den Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung angeschriebenen Krankenhäusern kein Krankenhaus als qualitativ auffällig.