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Qualitätsziel

Möglichst oft endoprothetische Versorgung bei Patienten >80 Jahren mit Garden III- oder IV-Fraktur

Hintergrund des Qualitätsindikators

Eine optimale Therapie der hüftgelenknahen Femurfraktur berücksichtigt anatomische Gegebenheiten und die sich daraus ableitende Prognose.

Internationaler Konsens besteht für die nicht dislozierten (d.h. nicht verschobenen) medialen Schenkelhalsfrakturen, die der so genannten Garden I- und Garden II-Klassifizierung entsprechen. Diese Frakturen sind bis auf wenige Ausnahmen, bei denen eine konservative Behandlung gerechtfertigt ist (Helbig et al. 2005), osteosynthetisch zu versorgen. Dies gilt insbesondere bei jüngeren Patienten (unter 65 Jahren). Eine Sekundärdislokation der Fraktur wird damit vermieden. Der Patient wird mobilisierbar und in der Regel belastbar (SIGN 2002: evidence level 3, Empfehlungsgrad D).

Bei dislozierten Frakturen (Garden III und IV) bergen osteosynthetische Verfahren ein höheres Risiko der Frakturheilungsstörungen (Pseudarthrosebildung bzw. Hüftkopfnekrose) (Masson et al. 2003).

Ältere multimorbide Patienten mit dislozierter Schenkelhalsfraktur müssen einerseits möglichst schnell mobilisiert werden und weisen andererseits meist geringere Ansprüche an die Funktionalität des operierten Beins auf. Unter diesen Bedingungen ist die endoprothetische Versorgung (Totalendoprothese und Hemiprothese) die geeignete Methode.

Bewertung

Eine dislozierte mediale Schenkelhalsfraktur bei älteren Patienten (>80 Jahre) ist in der Regel mit Endoprothese zu versorgen.

Die Rate von nahe 97,22% liegt im erwarteten Bereich, auch wenn sie geringfügig niedriger als 2004 ist.

Das Krankenhausergebnis mit der niedrigsten Rate von 15% beruht auf einer Fallzahl von 20 Patienten mit Garden III- oder Garden IV-Fraktur, von denen lediglich 3 Patienten endoprothetisch versorgt wurden.