Qualitätsziel
Selten postoperative Wundinfektionen (nach CDC-Kriterien)
Hintergrund des Qualitätsindikators
Infektionen sind gefürchtete Komplikationen nach operativer Versorgung von hüftgelenknahen Femurfrakturen und gehen mit einer erhöhten postoperativen Sterblichkeit einher (Poulsen et al. 1995).
Zur Definition der Schweregrade der Infektion wird die Schweregradeinteilung nach den Kriterien des Nationalen Referenzzentrums für die Surveillance Nosokomialer Infektionen (NRZ) bzw. der US-amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) vorgenommen.
Die Implantation von Fremdmaterial erhöht das Risiko einer Wundinfektion, u.a. weil Bakterien – v.a. Staphylokokken – eine hohe Affinität zu Kunststoffoberflächen haben (SIGN 2000). Postoperative Wundinfektionen können z.B. durch erforderliche Reoperation einschließlich Prothesenentfernung bzw. längere Krankenhausaufenthalte mit antibiotischer Therapie erhebliche Kosten verursachen.
Bewertung
Erstmals wurde der Benchmark nur für die Grundgesamtheit „alle Patienten“ durchgeführt, da Wundinfektionen nach Meinung der Fachgruppe nicht nur bei Patienten mit niedrigem Risiko niedrig sein sollten.
147 von 981 Krankenhäusern mit mehr als 20 Fällen lagen oberhalb des Referenzbereichs, der vom Referenzwert des Nationalen Referenzzentrums für die Surveillance Nosokomialer Infektionen (NRZ) abgeleitet wurde. Die Gesamtrate (2,45%) nahm in den letzten Jahren erfreulicherweise ab.
Die sehr hohe Rate von 26,1% trat in einem Krankenhaus mit 23 Fällen auf, von denen bei 6 Fällen eine postoperative Wundinfektion dokumentiert wurde.
Im Strukturierten Dialog 2005 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2004 wurden 4 von 68 Krankenhäusern, die von den Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung angeschrieben wurden, als qualitativ auffällig eingestuft.